Allgemeines über Anästhesie und Analgosedierung1

Anästhesie (altgriechisch: ohne Empfindung, Wahrnehmung) beschreibt sowohl Zustand einer reversiblen Unempfindlichkeit mit dem Ziel einen medizinischen Eingriff zu ermöglichen, als auch das medizinische Verfahren selbst, um diesen Zustand herbeizuführen.
Der Zustand „Anästhesie“ kann sich auf den gesamten Organismus (bei der Allgemeinanästhesie und bei der Analgosedierung) oder einzelne Körperregionen (Regionalanästhesie) beziehen.

Die Analgesie führt nur zur Aufhebung der Schmerzempfindung, während die  Allgemeinanästhesie (= Narkose) die allgemeine Betäubung des Organismus mit zentraler Schmerz- und Bewusstseinsausschaltung ist.

Verschiedene Verfahren der Anästhesie und Analgosedierung1

Folgende Anästhesieverfahren werden unterschieden:

  • Allgemeinanästhesie
  • Analgosedierung
  • Regional-/Lokalanästhesie

Zur Durchführung einer Allgemeinanästhesie kommen unterschiedliche Medikamentengruppen zum Einsatz: Hypnotika, Sedativa oder Inhalationsanästhetika, um den Bewusstseinsverlust und die Dämpfung vegetativer Funktionen herbeizuführen, sowie hochwirksame Schmerzmittel und gegebenenfalls Muskelrelaxanzien.

Analgosedierung (Sedoanalgesie oder auch als Dämmerschlaf bezeichnet) ist der kombinierte Einsatz von Analgetika und Sedativa (oder Hypnotika) zur Abschirmung des Patienten gegenüber diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen mit dem Ziel, einen schmerzfreien, schlafend-weckbaren Patienten (an der Grenze zur Anästhesie) zu haben.

Die notwendige Sedierungstiefe bei intensivmedizinischen Patienten wird anhand von Ansprechbarkeitstests beurteilt, bei dem der Wachheitsgrad oder auch die Agitiertheit des Patienten beurteilt wird. Der „Golden Standard“ dieser Untersuchung ist der Richmond Agitation Sedation Scale (RASS).2 Dabei werden das Verhalten und der Bewusstseinszustand des Patienten – variiert von aggressiv bis keine Reaktion auf Ansprache und sanfte körperliche Stimulation durch Rütteln – ermittelt. Sedierungsziel und Sedierungsgrad eines Patienten müssen mindestens 8-stündlich dokumentiert werden.

Als Lokalanästhesie wird die örtliche Schmerzausschaltung im Bereich der Nervenendigungen oder Leitungsbahnen ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins bezeichnet. Unter diesen Begriff fallen sowohl die Oberflächen- und Infiltrationsanästhesie, als auch die Regionalanästhesie, bei der mehrere Nervenbahnen blockiert und damit mehrere Körpersegmente empfindungslos gemacht werden können, wie beispielsweise die epidurale Katheteranalgesie.

Arzneimittel in der Anästhesie und Analgosedierung2

Es werden unterschiedliche Wirkstoffgruppen zur Eintrübung oder Ausschaltung des Bewusstseins und der Schmerzen verwendet. Einzelne Arzneimittel der Wirkstoffgruppen können sowohl sedierend als auch analgetisch wirken.

Nach Art der Verabreichung werden Injektions- und Inhalationsnarkotika unterschieden:

  • injiziert werden Propofol, Benzodiazepine, Opioide, adjuvante Substanzen wie α2-Adrenozeptoragonisten, Ketamin, Etomidate oder Nicht-Opioid-Analgetika, sowie Barbiturate.
  • Gase wie Lachgas oder halogenhältige Kohlenwasserstoffe (z.B.: Sedofluran) werden unter dem Begriff Inhalationsanästhetika zusammengefasst.
  • Zur Erschlaffung der Muskulatur werden Pancuronium, Vecuronium oder Rocuronium eingesetzt.

In der Intensivmedizin wird eine symptomorientierte Therapie mit Sedativa empfohlen.

 

 

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Referenzen:
1 Kochs E, Krier C, Bruzello W, Adams H A (Hrsg.) Anästhesiologie
2 S3 Leitlinie: Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin (DAS Leitlinie) https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/001-012l_S3_Analgesie-Sedie... (accessed September 21, 2021)