Glaukom und okuläre Hypertension

Epidemiologie:

  • Die Wahrscheinlichkeit, an einem Glaukom zu erkranken, steigt ab dem 40. Lebensjahr, ab dem 50. Lebensjahr erhöht sich das Risiko zu erkranken deutlich. Jeder kann davon betroffen sein. In Europa ist es die häufigste Erblindungsursache. Rund 80.000 Menschen in Österreich sind von einem Glaukom betroffen, etwas weniger als die Hälfte davon ist bereits sehbehindert.
  • In Europa ist das Glaukom mit 26% die häufigste Ursache für eine Erblindung. Das Risiko korreliert stark mit dem Alter: 80% der Erblindungen betreffen Patienten über 70 Jahre.
  • Bis 2020 geht man weltweit von 80 Millionen Glaukom-Patienten aus, von denen rund 11 Millionen erblinden werden.

Allgemeines:

  • Alle Glaukome sollten in primäre und sekundäre Formen eingeteilt werden, zu berücksichtigen sind Kammerwinkelbefund bei der Gonioskopie, Spaltlampen-Biomikroskopie, Papillenbefund und Gesichtsfelddefekt.
  • Die genauere Unterteilung erfolgt in primäre kongenitale Glaukomformen (selten; im Kindes und Jugendalter; die meisten Formen sind durch Trabekulodysgenesie verursacht), primäre und sekundäre Offenwinkelglaukome, sowie primären und sekundären Winkelblock.
    • Offenwinkelgaukome sind chronische, progressive Optikusneuropathien, die als gemeinsame Kennzeichen morphologische Veränderungen der Papille und der retinalen Nervenfaserschicht haben, ohne dass okuläre Erkrankungen oder kongenitale Anomalien vorliegen. Mit diesen Veränderungen sind der progressive Untergang retinaler Ganglienzellen und progressiver Gesichtsfelddefekte verbunden.
    • Die Ursachen für primäre Offenwinkelglaukome (OWG) sind vielfältig und der Pathomechanismus ist meist unbekannt. Der intraokulare Druck kann durch einen verminderten Abfluss des Kammerwassers über Trabekelmaschenwerk und Schlemm’schen Kanal ansteigen, ausgelöst beispielsweise durch eine Mutation der Proteinsynthese im Trabekelmaschenwerk. Der erhöhte Augeninnendruck führt längerfristig zu irreversiblen Schäden am Nervus opticus.  
      Beim Offenwinkelglaukom kann aber auch ein normaler intraokularer Druck vorliegen. Schädigungen des Nervus opticus können bei Normaldruckglaukom aufgrund einer herabgesetzten Tensionstoleranz auftreten.
      • ANMERKUNG: Normaler intraokularer Druck (IOD) … 10-21 mmHg (bei täglichen Schwankungen von +/- 5 mmHg)
    • Beim sekundären Offenwinkelglaukom ist der erhöhte intraokulare Druck durch ophthalmologische (Exfoliations-Syndrom, Pigment- oder Linsenproteinablagerung im Trabekelmaschenwert, intraokulare Blutung oder Tumor, Uveitis, etc.) und extraokuläre Erkrankungen oder durch Medikamente und Therapien verursacht.

ANMERKUNG: Risikofaktoren für die Entstehung und das Fortschreiten eines OWG siehe auf den entsprechenden Seiten

  • Ein verschlossener Kammerwinkel durch Kontakt zwischen Iris und Trabekelmaschenwerk charakterisiert  den Winkelblock (das Engwinkelglaukom). Der intraokulare Druck steigt in den meisten Fällen an – eine Druckerhöhung bis zum Dreifachen des Normalwertes ist möglich.
    Der akute Winkelblock geht meist mit Verschwommensehen und Kopfschmerzen einher und bedarf einer sofortigen Therapie.

Zur Behandlung des Glaukoms bietet Pfizer folgende Produkte an:
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