Diabetes

Allgemeines über Diabetes

Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, umfasst eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, die durch einen Überschuss an Zucker im Blut gekennzeichnet sind. Grundsätzlich unterscheidet man 4 Typen des Diabetes, wobei der sogenannte Typ-1- und Typ-2-Diabetes die am weitesten verbreitetsten Formen darstellen.

Epidemiologie des Diabetes

Weltweit sind etwa 415 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, davon rund 60 Millionen in Europa. Weitere 300 Millionen leiden unter einer gestörten Glukosetoleranz, einer Vorstufe des Diabetes. In Österreich wird die Anzahl der Diabetikerinnen und Diabetiker auf rund 500.000 bis 800.000 Menschen geschätzt. Dies sind zwischen 6% und 10% der Bevölkerung.

Den überwiegenden Teil, etwa 90%, stellen dabei Typ-2-Diabetiker dar. Während ein Typ-1-Diabetes hauptsächlich in jungem Alter (< 15 Jahre) diagnostiziert wird, entwickelt sich ein Typ-2-Diabetes meist im Alter von über 40 Jahren. Gerade in der heutigen Zeit nimmt jedoch die Erkrankungshäufigkeit auch schon bei Kindern deutlich zu. Weiters haben Männer in jüngerem Alter ein höheres Diabetesrisiko als Frauen, während bei jenen die Erkrankungshäufigkeit nach der Menopause deutlich ansteigt. Neben diesen geschlechtsspezifischen Unterschieden scheinen ebenso der Sozialstatus und die Bildung eine Rolle zu spielen.

Entstehung und Symptomatik des Diabetes

Zucker (Glukose) ist einer der Hauptenergielieferanten im Körper. Das Hormon Insulin, welches in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, sorgt dafür, dass der Zucker aus der Blutbahn aufgenommen werden kann. Ist dies jedoch nicht möglich, steigt die Blutzuckerkonzentration im Blut und es kommt zur sogenannten Hyperglykämie (Überzuckerung). Je nach Ursache dieses Überschusses an Zucker im Blut unterscheidet man vier Typen des Diabetes:

  • Der Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse vom eigenen Körper angegriffen werden. Die Zerstörung dieser Zellen führt zu einem absoluten Insulinmangel. Diese Erkrankung tritt meist bereits im Kindes- oder Jugendalter auf. Betroffene müssen ihr Leben lang Insulin spritzen.
  • Beim Typ-2-Diabetes (auch „Altersdiabetes“ genannt) wird zwar noch genügend Insulin produziert, jedoch kann dieses seine Wirkung nicht mehr ausreichend entfalten („Insulinresistenz“). Der Grund dafür ist meist eine Mischung aus erblichen Faktoren und dem Lebensstil der Betroffenen (Übergewicht, v.a. in Kombination mit Bluthochdruck und erhöhten Blutfetten). Oft kann diese Art des Diabetes mit einer Änderung der Lebensgewohnheiten und speziellen Medikamenten in den Griff bekommen werden. Das Spritzen von Insulin kann jedoch auch notwendig werden.
  • Andere spezifische Diabetesformen beruhen meist auf Erkrankungen anderer Organe, Medikamenten oder auch genetischen Defekten.
  • Gestationsdiabetes („Schwangerschaftsdiabetes“) ist eine Form des Diabetes, die aufgrund hormoneller Umstellungen während der Schwangerschaft entstehen kann und in den meisten Fällen nach der Geburt wieder verschwindet. Im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen wird daher zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ein spezieller Suchtest empfohlen.

Eine leichte Hyperglykämie, wie meist zu Beginn eines Diabetes mellitus Typ 2, bleibt oft unbemerkt, da die Symptome (Abgeschlagenheit, Müdigkeit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit) eher unspezifisch sind. Nicht selten wird die Diagnose durch einen Zufallsbefund im Rahmen einer ganz anderen Untersuchung gestellt. Da jedoch die chronische Erhöhung des Blutzuckers im Laufe der Zeit Blutgefäße und Nerven schädigt, sollte dann so rasch wie möglich gehandelt werden, um Folgeerkrankungen an Augen, Nieren und Nerven zu verhindern. Eine schwere Hyperglykämie äußert sich durch starken Durst, vermehrten Harndrang (besonders nachts), unerklärlichen Gewichtsverlust, Sehstörungen und Flüssigkeitsverlust bis hin zur Gefahr eines Komas. Diese Symptome sollten unbedingt als Warnzeichen gewertet und sofort abgeklärt werden.

Diagnostik des Diabetes

Durch eine frühzeitige Erkennung und sofortigen Behandlungsbeginn eines Diabetes kann die Erkrankung gut in den Griff bekommen und Langzeitfolgen reduziert bzw. sogar verhindert werden. Die Diagnose erfolgt im Rahmen einer Blutuntersuchung anhand von Nüchternglukose, oralem Glukosetoleranz-Test (OGTT) oder HbA1c-Wert („Langzeitzucker“).

Liegt der Blutzuckerwert nüchtern bei über 126 mg/dl ist dies bereits ein Anzeichen für Diabetes. Die Messung sollte jedoch grundsätzlich ein zweites Mal an einem weiteren Tag erfolgen. Falls die Ergebnisse nicht eindeutig sind, kann ein oraler Glukosetoleranz-Test (OGTT) durchgeführt werden. Dabei wird beim Betroffenen der Nüchternblutzucker bestimmt und im Anschluss daran von diesem eine Glukoselösung getrunken. Nach zwei Stunden wird erneut Blut abgenommen. Mit Hilfe dieser Ergebnisse kann schließlich die Diagnose eindeutig gestellt werden. Der HbA1c-Wert, auch Langzeitzucker genannt, kann den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten zwei Monate widerspiegeln. Dieser Wert hat besonders in der Verlaufsdiagnostik des Diabetes einen wichtigen Stellenwert, um die Einstellung des Blutzuckers über mehrere vergangene Wochen beurteilen zu können.

Therapie des Diabetes

Das Ziel der Behandlung eines Diabetes mellitus besteht darin, den Blutzucker auf lange Zeit zu stabilisieren und somit die Lebensqualität Betroffener zu erhalten und Komplikationen zu vermeiden.

Bei einem Typ-1-Diabetes ist eine lebenslange Insulintherapie notwendig. Die Betroffenen müssen ihren Blutzuckspiegel mehrmals täglich kontrollieren und je nach Bedarf die richtige Menge Insulin spritzen. Darauf werden die Patienten intensiv geschult, um sich selbst zu Experten ihrer Krankheit zu machen. Die Behandlung erfolgt meist in Form einer intensivierten Insulintherapie (Basis-Bolus-Therapie) beziehungsweise mit Insulinpumpen.

Die Basis einer jeden Typ-2-Diabetestherapie bildet die dauerhafte Lebensstilmodifikation. Eine bestehende Insulinresistenz kann durch gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion und gezielte körperliche Aktivität deutlich positiv beeinflusst werden. Es ist durchaus möglich, dass Betroffene besonders im Anfangsstadium der Erkrankung dadurch ihren Blutzucker soweit stabilisieren können, dass keine zusätzliche Behandlung notwendig ist. Falls diese Maßnahmen allerdings nicht ausreichen, stehen Wirkstoffe für eine medikamentöse Therapie zur Verfügung (z.B. Sulfonylharnstoffe wie Glibenclamid oder Biguanid wie Metformin). Schlägt auch diese Behandlung nicht ausreichend an, muss schließlich eine Insulintherapie zum Einsatz kommen.

Zur Behandlung des Diabetes mellitus bietet Pfizer folgende Produkte an:
Um Zugang zu erhalten, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich.