Hyperparathyreoidismus

Allgemeines über den Hyperparathyreoidismus

Genauso wie die Schilddrüse maßgeblich am Hormonhaushalt des Menschen beteiligt sind, spielen auch die Nebenschilddrüsen eine große Rolle darin. Der Hyperparathyreoidismus (HPT, auch Nebenschilddrüsenüberfunktion) bezeichnet dabei die vermehrte Bildung und Abgabe des Nebenschilddrüsenhormons (Parathormon).

Epidemiologie des Hyperparathyreoidismus

Der Hyperparathyreoidismus tritt in 85-90% der Fälle als primärer Hyperparathyreoidismus (pHPT) in Folge eines Nebenschilddrüsenadenoms auf. Dieser stellt nach dem Diabetes mellitus und Schilddrüsenerkrankungen die dritthäufigste endokrine Stoffwechselstörung dar. Meist wird ein Hyperparathyreoidismus zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr diagnostiziert, wobei besonders postmenopausale Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. Genaue Daten zur weltweiten Häufigkeit der Erkrankung sind nicht bekannt. Dennoch wird geschätzt, dass etwa 1-7/1000 Menschen davon betroffen sind.

Entstehung und Symptomatik des Hyperparathyreoidismus

Die vier Nebenschilddrüsen des Menschen liegen auf der Rückseite der eigentlichen Schilddrüse und sind etwa linsengroß. Ihre Aufgabe ist die Regulation des Calcium- und Phosphathaushalts im Körper, indem sie das Nebenschilddrüsenhormon (Parathormon, PTH) produzieren und ausschütten. Calcium und Phosphat sind unter anderem wichtige Bausteine des Knochens und sorgen für dessen gezielten Auf- und Abbau. Kommt es zu einer Überfunktion der Nebenschilddrüse, wird zu viel des Parathormons ausgeschüttet und der Calciumspiegel im Blut steigt. Dies hat neben Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel auch Effekte auf andere Organe, wie z.B. die Nieren, den Magen-Darm-Trakt oder das Herz. Aufgrund des gestörten Calcium-Phosphat-Stoffwechsels kann es unter anderem zu Knochenschmerzen, Nierensteinen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, depressiver Verstimmung, Bluthochdruck und Muskelschwäche kommen. Bei mehr als der Hälfte der Patienten treten jedoch keine oder nur unspezifische Beschwerden auf.

Je nach Ursache der PTH-Übersekretion unterscheidet man grundsätzlich drei Formen des Hyperparathyreoidismus. Beim primären Hyperparathyreoidismus sind die Nebenschilddrüsen direkt betroffen. Meist sind gutartige Geschwulste (sogenannte Adenome) für die Überproduktion des Parathormons verantwortlich, in selteneren Fällen bösartige Tumore. Diese Form der Erkrankung kann außerdem mit seltenen familiären Erkrankungen (z.B. MEN-Syndrome) assoziiert sein. Dem sekundären Hyperparathyreoidismus liegt eine andere Grunderkrankung zugrunde, wie etwa der Nieren, des Magen-Darm-Trakts oder auch der Leber. Ein tertiärer Hyperparathyreoidismus ist eine sehr seltene Form der Erkrankung, die bei einem über längere Zeit bestehenden sekundären Hyperparathyreoidismus entstehen kann.

Diagnostik des Hyperparathyreoidismus

Aufgrund der Tatsache, dass bei einem Großteil der Betroffenen keine Symptome bestehen, wird ein Hyperparathyreoidismus oft bei Routineuntersuchungen des Bluts entdeckt. Typisch für ein Störung der Nebenschilddrüse (primärer Hyperparathyreoidismus) sind ein erhöhter Calciumwert bei niedrigem Phosphat- und hohem Parathormonspiegel. Beim sekundären Hyperparathyreoidismus findet sich hingegen oft eine Erniedrigung des Calciumspiegels, während das Parathormon ebenfalls erhöht ist.

Um abzuklären, ob es sich um einen primären oder sekundären Hyperparathyreoidismus handelt, wird in der Regel die Nierenfunktion und Vitamin-D-Metabolite untersucht, sowie ein Ultraschall oder eine Szintigraphie durchgeführt.

Therapie des Hyperparathyreoidismus

Der primäre Hyperparathyreoidismus wird fast immer im Rahmen einer operativen Entfernung der betroffenen Nebenschilddrüsen therapiert. Dabei werden nicht alle Anteile komplett entfernt, um eine Restfunktion des wichtigen Organs zu erhalten. Falls eine Operation nicht möglich sein sollte, muss der Hyperparathyreoidismus konservativ behandelt werden. Dazu gehört eine ausreichende Trinkmenge, eine Osteoporoseprophylaxe mit Medikamenten und eine adäquate Vitamin-D- und Calciumaufnahme. Zusätzlich werden etwa alle drei Monate Verlaufskontrollen durchgeführt. Beim sekundären Hyperparathyreoidismus steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Zudem sollte Vitamin D und Calcium substituiert werden.

Das Ziel der Behandlung des Hyperparathyreoidismus ist es, Komplikationen und mögliche Spätschaden (z.B. Osteoporose, Nierensteine und Gefäßverkalkungen) zu verhindern und dadurch die Lebensqualität der Betroffenen aufrechtzuerhalten.   

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