Hämorrhoidalleiden

Allgemeines über Hämorrhoidalleiden

Am Übergang vom Mastdarm zum After befinden sich bei jedem Menschen sogenannte Hämorrhoidalpolster. Dies sind Gefäßpolster aus Arterien und Venen, denen gemeinsam mit dem Schließmuskel eine wichtige Aufgabe beim Feinverschluss des Afters zukommen. Sind diese Gefäßstrukturen vergrößert, spricht man von Hämorrhoiden und verursachen diese Erweiterungen zusätzlich Beschwerden, schließlich von einem Hämorrhoidalleiden.

Epidemiologie des Hämorrhoidalleidens

Die Häufigkeit des Hämorrhoidalleidens kann nur geschätzt werden, da stets viele Betroffenen aus falscher Scham keinen Arzt konsultieren und demnach auch nicht in Statistiken aufscheinen. Dabei stellen Hämorrhoiden eine der häufigsten Erkrankungen in den Industrienationen dar, welche geschätzt 50-70% aller Erwachsenen im Laufe ihres Lebens irgendwann einmal betrifft. Laut Studien leiden zurzeit etwa 4% der Gesamtbevölkerung unter dieser gutartigen Erkrankung, wobei nur 1% pro Jahr einen Arzt aufsucht. Am häufigsten sind Personen zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr betroffen. Einen signifikanten Unterschied in der Verteilung zwischen Männern und Frauen gibt es nicht.

Entstehung und Symptomatik des Hämorrhoidalleidens

Hämorrhoidalleiden werden je nach Größe und Tendenz zum Prolaps in vier Stadien (Grad I-IV) eingeteilt. Zunächst vergrößern sich die Hämorrhoiden allmählich (Grad I), was zu Beginn meist zu leichten und schmerzlosen analen Blutungen führt. Treten die Hämorrhoiden bei der Defäkation aus dem After heraus und ziehen sich anschließend von alleine wieder zurück (Grad II), kann es neben Blutungen zu Nässen, Jucken, Brennen und einem Gefühl einer unvollständigen Stuhlentleerung (Fremdkörpergefühl) kommen. Ziehen sich die Hämorrhoiden nicht mehr von selbst zurück, sondern müssen per Hand zurückgeschoben werden (Grad III), kann es zusätzlich zu einer Störung der Feinkontinenz kommen (schleimige Sekretion, stuhlverschmutzte Wäsche). Können die Hämorrhoiden nicht mehr zurückgeschoben werden und sind außen am After fixiert, so spricht man von Grad IV. Hämorrhoiden selbst bewirken in der Regel keine Schmerzen, können jedoch zu schmerzhaften Analthrombosen, Analfissuren und inkarzeriertem Hämorrhoidalprolaps führen. Außerdem kann in manchen Fällen eine kontinuierliche und starke Blutung zu einer Blutarmut (Anämie) führen.

Die Ursachen für ein Hämorrhoidalleiden sind vielfältig. Neben genetischen Faktoren, die die Entwicklung eines solchen begünstigen können, kann vor allem ein gestörtes Defäkationsverhalten, welches besonders durch zu starkes Pressen beim Stuhlgang charakterisiert ist (z.B. bei chronischer Verstopfung), im Verlauf der Jahre zu einer Vergrößerung der Hämorrhoidalpolster führen. Weiters kann auch ein zu weicher, ungeformter Stuhlgang und eine Drucksteigerung im Bauchraum während einer Schwangerschaft eine Belastung für die Gefäßpolster darstellen. Daneben gelten außerdem Bewegungsmangel, überwiegend sitzende Tätigkeiten, Übergewicht, extremer Alkohol- und Kaffeegenuss und auch scharfe Gewürze als Risikofaktoren für das Hämorrhoidalleiden.

Diagnostik des Hämorrhoidalleidens

Nach einer ausführlichen Anamnese des Arztes wird meist eine Inspektion und Tastuntersuchung des Afters und Enddarms durchgeführt. So können allfällige andere Ursachen, wie etwa Tumore oder Polypen ausgeschlossen werden. Mithilfe einer Prokto- bzw. Rektoskopie (Spiegelung des Analkanals bzw. Enddarms), können die Hämorrhoiden beurteilt werden. Falls der Patient über Blutungen berichtet, sollte zum sicheren Ausschluss anderer Erkrankungen eine Koloskopie (Dickdarmspiegelung) durchgeführt werden, welche ab dem 50. Lebensjahr ohnedies als Vorsorgeuntersuchung empfohlen wird.

Therapie des Hämorrhoidalleidens

Die Behandlung des Hämorrhoidalleidens erfolgt je nach Schweregrad der Erkrankung. Grundsätzlich müssen beschwerdefreie Hämorrhoiden nicht behandelt werden. Beim symptomatischen Hämorrhoidalleiden besteht die konservative Therapie in erster Linie aus der physiologischen Stuhlregulierung, deren Ziel ein weicher, geformter Stuhl ohne übermäßiges Pressen ist. Eine Änderung des Defäkations- und auch Ernährungsverhaltens, wie etwa eine ballaststoffreiche Ernährung, kann dabei hilfreich sein.

Zur medikamentösen Behandlung stehen Salben und Zäpfchen für äußere bzw. innere Hämorrhoiden zur Verfügung. Außerdem können Adstringenzien und Entzündungshemmer die Beschwerden vorübergehend bessern. Diese Therapiemaßnahmen sind jedoch lediglich symptomatisch und führen ausschließlich zu einer zeitlich begrenzten Linderung der Beschwerden.

Falls die oben genannten Therapieverfahren nicht mehr ausreichen, müssen die Hämorrhoiden entfernt werden. Heutzutage stehen mit der Sklerosierungsbehandlung (Verödung) und der Gummiringligaturtherapie bereits Verfahren zur Verfügung, bei denen kein größerer chirurgischer Eingriff notwendig ist. Bei späteren Stadien (v.a. III und IV) ist jedoch in der Regel eine Operation erforderlich. 

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