Allgemeines über die Herzinsuffizienz

Bei einer Herzinsuffizienz, auch unter Herzschwäche bekannt, ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper unter Ruhe- und/oder Belastungsbedingungen ausreichend mit Blut zu versorgen. Dadurch werden die Organe nicht mehr genügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und können nicht mehr optimal funktionieren.

Epidemiologie der Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz gehört zu den häufigsten internistischen Erkrankungen, die bis zu 2% der europäischen Gesamtbevölkerung betrifft. Durch das zunehmende Alter der Bevölkerung ist zu erwarten, dass die Zahl in den nächsten Jahren weiter ansteigt. In Österreich leiden zwischen 70.000 und 140.000 Menschen an dieser Erkrankung. Die Häufigkeit ist dabei deutlich vom Alter abhängig, wobei das mittlere Lebensalter bei etwa 74 liegt. In den jüngeren Altersklassen sind dabei tendenziell mehr Männer betroffen, in den höheren Altersklassen eher Frauen. Die Herzinsuffizienz ist die häufigste Hospitalisierungsursache bei den über 60-Jährigen und stellt zudem bei Männern die vierthäufigste, bei Frauen die zweithäufigste Todesursache dar.

Entstehung und Symptomatik der Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz beruht auf einer Schwächung des Herzmuskels. Diese führt dazu, dass die zur Versorgung der Organe und Gewebe erforderliche Blutmenge nicht mehr in den Körper gepumpt werden kann. Zu Beginn versucht der Körper über verschiedenste Mechanismen gegenzusteuern und somit den Blutdruck und das zirkulierende Blutvolumen aufrechtzuerhalten. Die Herzleistung wird zwar dadurch vorübergehend gesteigert, jedoch führen diese Kompensationsmechanismen über die Zeit zu einer weiteren Beeinträchtigung der Pumpfunktion und dadurch zu einer Progression der Herzinsuffizienz.

Die Herzinsuffizienz ist keine Primärerkrankung, sondern kann durch eine Vielzahl von bereits bestehenden Grunderkrankungen (z.B. Herz- oder Lungenerkrankungen) ausgelöst werden. Nach dem klinischen Verlauf kann man eine akute und eine chronische Herzinsuffizienz unterscheiden. Die akute Herzinsuffizienz entsteht innerhalb von Minuten bis Stunden. Meist beruht sie auf einer Entgleisung einer chronischen Herzinsuffizienz, einem Herzinfarkt, einer Lungenembolie, Herzrhythmusstörungen, einer fulminant verlaufenden Herzmuskelentzündung, einer hypertensive Krise und vielem mehr.
Die chronische Herzinsuffizienz entwickelt sich über mehrere Monate hinweg. Die häufigsten Ursachen dafür sind die sogenannte Koronare Herzkrankheit (KHK) und die arterielle Hypertonie (Bluthochdruck).

Die Symptome der Herzinsuffizienz beruhen einerseits darauf, dass die Organe und Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden können und andererseits, dass sich das Blut vor der rechten bzw. linken Herzhälfte zurückstaut. Es kommt zu körperlicher Erschöpfung und Leistungsabfall, verminderter Belastbarkeit, Atemnot bei Belastung und später auch in Ruhe. Außerdem können prall gefüllte Halsvenen im Liegen, Ödeme und eine Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum (Aszites) beobachtet werden.

Diagnostik der Herzinsuffizienz

Der Grundstein für die Diagnostik der Herzinsuffizienz liegt in einer ausführlichen Anamnese und einer gründlichen körperlichen Untersuchung. Dabei wird in erster Linie das Herz und die Lunge abgehört und auf sichtbare Zeichen wie gestaute Halsvenen, Ödeme und Verfärbungen der Haut (bläulich, blass) geachtet. Für die Sicherung der Diagnose sind einige zusätzliche Tests notwendig. Zunächst wird meist ein EKG und eine Blutuntersuchung, bei der vor allem die Bestimmung des Herzinsuffizienz-Markers BNP von Bedeutung ist, durchgeführt. Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiogramm) und eine Röntgenuntersuchung helfen dabei, Herz und Lunge besser beurteilen zu können. In manchen Fällen sind weitere Untersuchungen, wie z.B. eine Herzkatheteruntersuchung oder eine Kardio-MRT notwendig, um die Ursache der Beschwerden abzuklären. 

Therapie der Herzinsuffizienz

Die Behandlung der Herzinsuffizienz richtet sich nach der Grunderkrankung und dem Schweregrad der Erkrankung. Die Therapie zielt neben einer Linderung der Beschwerden und folglich einer verbesserten Lebensqualität auch auf die Senkung der Mortalität, der Hospitalisierungsrate und somit auf eine verbesserte Prognose ab. Dafür stehen nicht-medikamentöse, medikamentöse und operative Maßnahmen zur Verfügung. Allgemeine Maßnahmen umfassen dabei neben der Behandlung der Grunderkrankung vor allem körperliches Training, Alkohol-/Nikotinverzicht, Gewichtsreduktion und kochsalzarme Ernährung. Für die medikamentöse Therapie stehen Substanzgruppe wie z.B. ACE-Hemmer, Betablocker und Diuretika zur Verfügung. Die Implantation eines Schrittmachers gehört ebenfalls zu den Therapieformen, die die Sterblichkeit nachweislich senken kann. Als letzte Behandlungsoptionen gelten schließlich mechanische Unterstützungssysteme (VAD-Implantation) und die Herztransplantation.

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