Allgemeines über die Hypercholesterinämie

Die Hypercholesterinämie ist eine Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie), die durch einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut gekennzeichnet ist. Sie gilt als bedeutsamer Risikofaktor für Arteriosklerose und somit für das Auftreten von zahlreichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Epidemiologie der Hypercholesterinämie

Jährlich sterben über 4 Millionen Menschen in Europa an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD). Trotz verbesserter Behandlungsoptionen sind CVD stets die führende Todesursache weltweit, nicht zuletzt aufgrund der Zunahme von kardiovaskulären Risikofaktoren in der Bevölkerung. Innerhalb einer Bevölkerung lässt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Cholesterinspiegel (v.a. LDL-Cholesterin) und dem Auftreten einer koronaren Herzkrankheit (KHK) zeigen. Studien zeigten, dass sogar unabhängig von anderen kardiovaskulären Risikofaktoren ein alleiniger Anstieg des LDL-Cholesterins das kardiovaskuläre Risiko dramatisch erhöht. In Deutschland weisen rund 56.6% der Männer und 60.5% der Frauen im Alter zwischen 18 und 79 erhöhte Cholesterinspiegel auf. Die Häufigkeit nimmt dabei mit steigendem Alter deutlich zu.

Entstehung und Symptomatik der Hypercholesterinämie

Cholesterin ist eine fettartige Substanz, die sowohl mit der Nahrung aufgenommen, als auch vom Körper selbst (vor allem in der Leber) produziert werden kann. Cholesterin spielt eine äußert wichtige Rolle für zahlreiche Prozesse im Körper. So ist es unter anderem ein wichtiger Baustein von Zellmembranen und dient als Ausgangssubstanz einiger Hormone, von Gallensäuren und Vitaminen. Man unterscheidet zwei Arten von Cholesterin, das LDL- und das HDL-Cholesterin. LDL-Cholesterin, auch „schlechtes Cholesterin“ genannt, bringt das Cholesterin zu den Zellen. Befindet sich zu viel davon im Blut, kann es sich in den Arterien ablagern und somit die Entwicklung arteriosklerotischer Gefäßerkrankungen, allen voran einer koronaren Herzkrankheit, einer pAVK und Schlaganfällen, begünstigen. HDL-Cholesterin, das sogenannte „gute Cholesterin“, transportiert hingegen Cholesterin zur Leber, wo es aus dem Körper entfernt werden kann.

Die Ursachen für einen erhöhten Cholesterinspiegel sind vielfältig. Primäre Hypercholesterinämien sind auf erbliche Erkrankungen zurückzuführen (z.B. familiäre Hypercholesterinäme). Sekundäre Hypercholesterinämien treten in Assoziation mit anderen Erkrankungen auf, dabei vor allem im Rahmen des sogenannten metabolischen Syndroms, einer Kombination aus gestörtem Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel, Bluthochdruck und Adipositas. Auch Schilddrüsenerkrankungen, Nierenerkrankungen und die Einnahme bestimmter Medikamente (Steroide, Kontrazeptiva, etc.) können zu einer Hypercholesterinämie führen. Eine hohe Cholesterin-Aufnahme über die Nahrung alleine ohne jegliche anderen Risikofaktoren kann zwar ebenfalls zu erhöhten Cholesterin-Werten führen, jedoch sind genetische Faktoren und Begleiterkrankungen wesentlich bedeutsamer. 

Eine Hypercholesterinämie geht zumeist ohne sichtbare Symptome einher, jedoch mit einem deutlich erhöhten kardiovaskulären Risiko. Bei einer sehr ausgeprägten Hypercholesterinämie können sich mit der Zeit sogenannte Xanthome (gutartige, gelb gefärbte Geschwulste) im Bereich der Achillessehne und der Fingerstrecksehnen bilden. Außerdem zeigen sich manchmal gelbliche, leicht erhabene Cholesterineinlagerungen, sogenannte Xanthelasmen, im Bereich der Augenlider und ein grau-weißlicher Trübungsring am Rand der Hornhaut des Auges (Arcus lipoideus corneae).

Diagnostik der Hypercholesterinämie

Die Diagnosestellung einer Hypercholesterinämie erfolgt mittels einer einfachen Blutabnahme. Dabei kann neben dem Gesamtcholesterin auch das HDL- und LDL-Cholesterin bestimmt werden. Der Patient sollte dabei nüchtern sein, sprich zwischen der letzten Mahlzeit und der Blutabnahme sollten mindestens 12 Stunden liegen. Neben der Laboruntersuchung ist jedoch auch eine umfassende Anamnese und körperliche Untersuchung notwendig, um das kardiovaskuläre Risiko einzuschätzen und andere Erkrankungen zu erkennen, die der Hypercholesterinämie eventuell zugrunde liegen könnten. Bei Verdacht auf eine erbliche Form der Erkrankung (z.B. familiäre Hypercholesterinämie) können außerdem molekulargenetische Untersuchungen durchgeführt werden.

Therapie der Hypercholesterinämie

Das Ziel der Therapie bei der Hypercholesterinämie ist die Senkung des Gesamtcholesterins bzw. vor allem des LDL-Cholesterins, um langfristig das Arterioskleroserisiko zu reduzieren und kardiovaskuläre Folgeerkrankungen zu vermeiden. Oft reichen Lebensstilmaßnahmen bereits aus, um dieses Ziel zu erreichen. Dabei sollte besonders auf eine fett- und cholesterinarme Ernährung, ausreichend Bewegung und Einschränkung des Nikotin- und Alkoholkonsums geachtet werden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, sollte eine medikamentöse Therapie begonnen werden. Die Mittel der ersten Wahl dafür sind die sogenannten Statine (HMG-CoA-Reduktase-Hemmer). Diese führen zu einer Senkung des Gesamtcholesterins um etwa 30-40% und des LDL-Cholesterins um etwa 35-60%. Bei sekundären Hypercholesterinämien sollte die Behandlung der auslösenden Ursache das primäre Augenmerk sein.

Zur Behandlung der Hypercholesterinämie bietet Pfizer folgende Produkte an:
Um Zugang zu erhalten, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich.