Bipolare Störung

Allgemeines über die bipolare Störung

Die bipolare Störung ist eine psychiatrische Erkrankung, die zu den sogenannten affektiven Störungen gehört. Sie zeichnet sich durch abwechselnd manische und depressive Episoden aus. Da die Stimmungsschwankungen dabei einander so entgegengesetzt sind, spricht man von zweipolig (bipolar).

Epidemiologie der bipolaren Störung

Bipolare Störungen gehören zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen. In Europa erkranken etwa 3% der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an einer Bipolar-I-Störung (Manien und Depressionen) und bis zu 5% an der leichteren Bipolar-II-Störung (Hypomanien und Depressionen). Die Erkrankung manifestiert sich zumeist vor dem 25. Lebensjahr, wobei Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen sind. Da bipolare Störungen oft nicht gleich erkannt werden, vergehen vom Auftreten der ersten Episode bis zur korrekten Diagnose meist mehrere Jahre.

Entstehung und Symptomatik der bipolaren Störung

Bei einer bipolaren Störung schwankt die Stimmung des Betroffenen zwischen Phasen der Euphorie (Manie) und Phasen der Niedergeschlagenheit (Depression). Dazwischen liegen immer wieder Phasen einer ausgeglichenen Stimmung. Während einer manischen Episode sind die Betroffenen vor allem überaktiv, rastlos, haben eine verminderte Hemmschwelle und überschätzen sich oft selbst. Eine Hypomanie ist der Manie sehr ähnlich, jedoch leichter ausgeprägt und kürzer andauernd. Während einer Depression ist die Stimmung der Betroffenen deutlich gedrückt, sie zeigen sich antriebs- und interessenlos und ziehen sich oft sozial zurück. Die Häufigkeit dieser Episoden und der Krankheitsverlauf ist dabei von Person zu Person sehr verschieden.  

Die zugrundeliegende Ursache der bipolaren Störung ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass das Zusammenspiel von mehreren Faktoren (genetische Faktoren, Umweltfaktoren) schließlich zu einer Störung des Gehirnstoffwechsels führt. Dabei kommt es zu einem Ungleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn, sogenannten Neurotransmittern. Man nimmt an, dass eine erbliche Komponente die Grundlage für die Wahrscheinlichkeit des Auftretens der Erkrankung (Prädisposition) bildet, während externe Faktoren (psychosozialer Stress, traumatische Ereignisse, Persönlichkeitscharakteristika, etc.) schließlich die Entstehung und den Verlauf stark beeinflussen.

Bipolare Störungen weisen eine hohe Rate an Begleiterkrankungen auf. Viele Patienten suchen primär einen Arzt aufgrund von Beschwerden, die durch diese Komorbiditäten verursacht werden, auf. Dazu gehören vor allem Panikattacken, Angststörungen, Phobien, Zwangsstörungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch. Nicht selten wird dadurch die Diagnose einer dahinterliegenden bipolaren affektiven Störung erschwert.

Diagnostik der bipolaren Störung

Die Diagnostik der bipolaren Störung ist nicht immer einfach, nicht zuletzt da im Krankheitsverlauf oft die erste Episode eine Depression darstellt. Die korrekte Diagnosestellung bildet jedoch die Grundlage für eine adäquate Therapie und für das Verhindern von Folgen der Erkrankung im beruflichen und sozialen Leben. Neben der Erfassung der aktuellen Symptomatik gilt es, sowohl die Betroffenen, als auch Angehörige ausführlich nach der Krankengeschichte zu befragen. Außerdem müssen, wie bei jeder psychischen Erkrankung, körperliche Ursachen ausgeschlossen werden. Daher folgt in der Regel eine körperliche Untersuchung und bei Bedarf Laboruntersuchungen oder bildgebende Verfahren.

Therapie der bipolaren Störung

Das Ziel der Therapie der bipolaren Störung ist es, den Schweregrad und die Häufigkeit manischer bzw. depressiver Episoden zu reduzieren. Damit soll vor allem auch sichergestellt werden, dass das psychosoziale Funktionsniveau des Patienten aufrechterhalten wird. Dazu sollte eine Kombination aus medikamentöser Behandlung und Psychotherapie zum Einsatz kommen.

Die medikamentöse Therapie umfasst einerseits die Behandlung aktueller Krankheitssymptome (Akutbehandlung) und andererseits die Reduktion bzw. Vermeidung weiterer Episoden (Phasenprophylaxe). Dafür werden in erster Linie Stimmungsstabilisierer, Antidepressiva und Neuroleptika eingesetzt. Zusätzlich können Betroffene mittels verschiedenster psychotherapeutischer Methoden erlernen, beginnende Episoden frühzeitig zu erkennen und richtig damit umzugehen.

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