Epilepsie

Epidemiologie

  • Epilepsie ist mit einer Prävalenz von etwa 0,4-1% eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Dabei stellt die Temporallappenepilepsie mit 30-35% die häufigste Form bei Erwachsenen dar.
  • Neuerkrankungen treten gehäuft im 1. und jenseits des 65. Lebensjahres auf. Die jährliche Inzidenz der Epilepsie für Europa wird mit 30-50/100.000 angegeben.

Allgemeines

  • Epilepsie ist per definitionem gekennzeichnet durch mindestens zwei spontan auftretende, unprovozierte epileptische Anfälle, welche durch die plötzlich einsetzende, überschießende und hypersynchrone Entladung von kortikalen Neuronen charakterisiert sind.
  • Besonders die Neurotransmitter GABA (inhibitorisch) und Glutamat (exzitatorisch) spielen eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Epilepsie. Im Normalfall herrscht ein Gleichgewicht zwischen exzitatorischen und inhibitorischen postsynaptischen Signalen. Eine Störung des Gleichgewichts, z.B. in Form von gigantischen ESPS (exzitatorischen, postsynaptischen Potenzialen), auch paroxysmaler Depolarisationsshift (PDS) genannt, tragen zur Epilepsie bei. PDS kann im EEG (Elekroenzephalogramm) als „Spike-Wave-Komplex“ sichtbar werden.
  • Laut der internationalen Liga gegen Epilepsie sind partielle (fokale, lokalisierte) Anfälle von generalisierten Anfällen zu unterscheiden.
  • Komplexe Anfälle gehen immer mit Störungen des Bewusstseins einher. Bei einem Status epilepticus tritt eine Aufeinanderfolge von Anfällen auf, welche lebensbedrohlich sein kann (Mortalität zwischen 5-20%). Eine schnelle therapeutische Intervention ist hier angezeigt.
  • Epileptische Anfälle können sich sehr vielseitig manifestieren. Unter anderem können Anfälle mit einem Prodromalstadium, Automatismen, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Bewusstseinsverlust, Zuckungen, Verkrampfungen und unkontrollierten Bewegungen einhergehen.
  • First-Line-Therapie sind Antikonvulsiva, welche einerseits verschiedene Angriffspunkte im Glutamat- und GABA-Neurotransmittersystem haben, andererseits Wirkungen an Calcium- und Natriumkanälen entfalten, um das Membranpotential zu stabilisieren und die Neurotransmitterfreisetzung zu reduzieren.

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