Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Allgemeines über die posttraumatische Belastungsstörung

Die Posttraumatische Belastungsstörung (Posttraumatic Stress Disorder, PTSD) ist eine verzögerte psychische Folgereaktion auf ein extrem belastendes Ereignis oder eine Situation, die als außergewöhnliche Bedrohung erlebt wird.

Epidemiologie der posttraumatischen Belastungsstörung

Jeder Mensch ist prinzipiell dem Risiko ausgesetzt, im Laufe des Lebens ein oder mehrere Traumata zu erleben. Besonders oft sind dies jedoch Personen, die häufig mit traumatischen Erfahrungen konfrontiert werden, wie etwa Rettungskräfte, Feuerwehrleute oder Polizisten. Das Risiko, danach eine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln liegt dabei zwischen 1% und 7%. Die Häufigkeit von PTSD ist jedoch auch stark abhängig von der Art des Traumas. So sind unter Vergewaltigungsopfern und Kriegsopfern knapp 50% betroffen, unter Verkehrsunfallopfern etwa 10%. Frauen sind von der Erkrankung etwa 2-3 mal so häufig betroffen als Männer, während Männer generell häufiger Traumata erleben.

Entstehung und Symptomatik der posttraumatischen Belastungsstörung

Ein Trauma kennzeichnet sich durch das Erlebnis eines Missverhältnisses zwischen den bedrohlichen Faktoren der Situation und den eignen Bewältigungsmöglichkeiten. Bei fast jeder Person führt ein traumatisches Ereignis zu einer – wenn auch kurzfristigen – psychischen Labilisierung. Ob sich jedoch später eine PTSD entwickelt, hängt von verschiedensten Faktoren ab. Risikofaktoren dafür sind zum Beispiel ein fehlendes soziales Netzwerk und daraus verbundener Unterstützung durch Familie, Freunde oder Kollegen, ungünstige Bedingungen in der Kindheit oder auch bestehende psychische Störungen (z.B. Depressionen). Andererseits können weitere Faktoren und Lebensumstände vor einer Entwicklung einer PTSD auch schützen. Dazu gehören etwa enge Beziehungen, hoher sozioökonomischer Status und eine gute soziale Unterstützung. Ein Einfluss von genetischen Faktoren als Grundlage einer Prädisposition für die Entwicklung einer PTSD wird zwar diskutiert, ist jedoch nicht gesichert.

Eine Posttraumatische Belastungsstörung kann sich sehr individuell äußern. Typisch sind jedoch das ständige Wiedererleben des Traumas in Flashbacks, Träumen bzw. Albträumen, Verdrängungssymptome (Gefühl der emotionalen Leere, Gleichgültigkeit, etc.), Schlaflosigkeit, erhöhte Schreckhaftigkeit und gelegentlich auch Angst und Depressionen. Diese Symptome können bereits bald nach dem Erleben des Traumas, aber auch oft erst nach vielen Jahren oder Jahrzehnten auftreten. Die psychischen Folgen einer PTSD führen nicht selten zu negativen Auswirkungen auf das Sozialleben und das berufliche Umfeld, was wiederum zur Ausgrenzung oder Verwahrlosung führen kann. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Betroffene ein erhöhtes Risiko für Suchterkrankungen, Depressionen und andere psychische Erkrankungen aufweisen.

Diagnostik der posttraumatischen Belastungsstörung

Die Basis der Diagnostik bildet ein ausführliches Gespräch (Anamnese) mit dem Arzt. Dabei werden neben den aktuellen Beschwerden auch die gesamte Krankengeschichte und mögliche Risikofaktoren erhoben. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf traumatische Ereignisse in der Vergangenheit gelegt. Häufig werden auch spezielle Testverfahren, z.B. PTSB-Interviews oder standardisierten Fragebögen verwendet, um die Diagnose zusätzlich zu sichern. 

Bei der Diagnostik einer Posttraumatischen Belastungsstörung ist es jedoch auch wichtig, eine solche von anderen psychischen Erkrankungen, wie etwa akuten Belastungsreaktionen, Anpassungsstörungen oder Ähnlichem abzugrenzen. Dies ist vor allem für die Wahl der korrekten Therapie nicht zu vernachlässigen.  

Therapie der posttraumatischen Belastungsstörung

Die erste und wichtigste Maßnahme bei der Therapie einer PTSD ist die Herstellung einer stabilen sozialen Umgebung. Dazu gehört vor allem der Schutz vor weiterer Traumaeinwirkung, eine adäquate psychosoziale Unterstützung (Familie, Freunde, etc.) und das Hinzuziehen eines erfahrenen Psychotherapeuten. Die Ziele der Psychotherapie sind in erster Linie die Bewältigung des Erlebten und Begleitsymptome wie Ängste, Schlafstörungen oder Depressionen abzubauen. Angewandte Verfahren sind dabei vor allem die kognitive Verhaltenstherapie und die EMDR (Eye Movement Desensitation and Reprocessing Therapy). Falls notwendig, kann die Psychotherapie mit Medikamenten unterstützt werden. Zur Anwendung kommen dabei primär Antidepressiva (SSRIs, SNRIs).

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