Transthyretin-assoziierte familiäre Amyloid-Polyneuropathie (TTR-FAP)

Allgemeines über die TTR-FAP

Die Transthyretin-assoziierte familiäre Amyloid-Polyneuropathie (TTR-FAP) ist eine sehr seltene, progressive neurologische Erbkrankheit. Dabei führt eine Mutation im TTR-Gen zu einer Destabilisierung des Proteins Transthyretin. Diese instabilen Proteine können sich zu sogenannten Amyloiden zusammenballen und vor allem in den Nervenendigungen und inneren Organen ablagern. Die Folgen davon sind neurologische Störungen (Polyneuropathie) und auch zunehmende Beeinträchtigungen der inneren Organe (allen voran Herz, Niere und Gastrointestinaltrakt). Die TTR-FAP wird autosomal-dominant vererbt und nimmt unbehandelt normalerweise innerhalb von 5 bis 15 Jahren nach Auftreten der ersten Symptome einen letalen Verlauf. Andererseits besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass sich bei manchen Menschen mit der entsprechenden Genmutation die Krankheit gar nicht entwickelt. Die Ursache hierfür ist bisher noch weitgehend unbekannt.

Epidemiologie der TTR-FAP

Mit einer Häufigkeit von 1.1 Betroffenen pro 100.000 Einwohner gehört diese Art der Polyneuropathie zu den sogenannten Seltenen Erkrankungen. Die TTR-FAP kann weltweit beobachtet werden, tritt jedoch gehäuft in Familien portugiesischer, schwedischer und japanischer Herkunft auf. Je nach Vererbungsmuster, Ethnie, geographischer Herkunft und auch Umweltfaktoren kann sich das Manifestationsalter zwischen dem 20. und 70. Lebensjahr bewegen.   

Entstehung und Symptomatik der TTR-FAP

Transthyretin ist ein spezielles Protein, welches vorwiegend in der Leber gebildet wird und physiologischerweise für den Transport von Thyroxin (T4) und Retinol (Vitamin A) zuständig ist. Bei einer Mutation im TTR-Gen kommt es zur inkorrekten Faltung des Proteins und anschließend zur Ablagerung von unlöslichen Protein-Fibrillen im peripheren und autonomen Nervensystem. Üblicherweise beginnt die Erkrankung mit neurologischen Symptomen wie verringertes Temperaturempfinden, Missempfindungen oder Empfindungsverlust (besonders in den Füßen und Unterschenkeln), Muskelschwäche- bzw. –schmerzen bis hin zum Karpaltunnelsyndrom. Störungen des autonomen Nervensystems führen unter anderem zu Malabsorption, abwechselnden Episoden von Obstipation und Diarrhoe, ungewolltem Gewichtsverlust, Miktionsstörungen, erektiler Dysfunktion und Kardiomyopathien. Die TTR-FAP verläuft meist progredient über 5 bis 15 Jahre, wobei die Patienten zunehmend auf einen Rollstuhl angewiesen sind beziehungsweise im Laufe der Zeit bettlägerig werden. Die häufigsten Todesursachen sind Herzversagen, Nierenversagen und Unterernährung.

Diagnostik der TTR-FAP

Einer der entscheidendsten Schritte bei der Diagnosefindung ist eine ausführliche Familienanamnese. Diese kann eine erhebliche Hilfe darstellen, da die Symptome selbst oft isoliert erscheinen und dadurch besonders für Ärzte, die mit dieser seltenen Erbkrankheit nicht besonders vertraut sind, schwer miteinander in Verbindung zu bringen sind. Zwischen dem Auftreten erster Symptome und der korrekten Diagnose vergehen im Mittel 4 bis 6 Jahre. Bei Verdacht auf TTR-FAP wird üblicherweise eine Gewebeprobe entnommen (z.B. aus dem Fettgewebe) und diese auf Amyloid-Ablagerungen untersucht. Zur Sicherung der Diagnose dient der Mutationsnachweis mittels eines Gentests.
Bereits bestehende Symptome können nicht mehr rückgängig gemacht werden, weshalb sich die Forschung zurzeit der Weiterentwicklung diagnostischer Mittel widmet, die es erlauben, die Krankheit rechtzeitig und zuverlässiger diagnostizieren zu können. Methoden wie eine MR-Neurographie (MRN), Skelettszintigrafie oder Hautnervenbiopsie könnten hilfreich sein, um Amyloid-Ablagerungen früher zu erkennen und den Krankheitsverlauf infolge positiv zu beeinflussen.

Therapie der TTR-FAP

Die Transthyretin-assoziierte familiäre Polyneuropathie ist zurzeit nicht vollständig heilbar. Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern. Die erste verfügbare Therapieoption war eine frühzeitige Lebertransplantation, welche das Überleben auf über 20 Jahre erhöht. Dank eines besseren Verständnisses der Krankheit selbst und Fortschritten in der Forschung konnten in den letzten Jahren gezielt Medikamente gegen die Erkrankung entwickelt und somit invasive Methoden umgangen werden. Sogenannte TTR-Stabilizer können den Krankheitsverlauf verzögern und die Lebensqualität von Betroffenen deutlich erhöhen. Seit neuestem werden auch gentherapeutische Ansätze verfolgt, durch die das defekte Gen stillgelegt werden soll. 

Zur Behandlung der TTR-FAP bietet Pfizer das folgende Produkt an:
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Weiterführende Informationen für Laien finden Sie hier: https://www.pfizer.at/gesundheit/seltene-erkrankungen/