Brustkarzinom

Allgemeines über das Mammakarzinom

Das Mammakarzinom (Brustkrebs) ist eine bösartige Neubildung des Brustdrüsengewebes. Es ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Je früher ein Tumor in der Brust entdeckt wird, desto besser ist die Prognose der Erkrankung. Durch eine bessere Früherkennung (Mammographie-Screening) und neue gezieltere Therapieoptionen stieg die Heilungsrate in den vergangenen Jahren an. Nicht selten sind rechtzeitig erkannte und frühzeitig behandelte Mammakarzinome sogar heilbar.

Epidemiologie des Mammakarzinoms

Brustkrebs war 2015 in Österreich mit 5.480 Neuerkrankungen (29%) die häufigste Krebserkrankungen und gleichzeitig die häufigste Krebstodesursache (17%) bei Frauen. In den vergangenen zehn Jahren war die Inzidenz leicht steigend, jedoch konnte die Erkrankung aufgrund verbesserter Vorsorgeuntersuchungen auch öfters in einem früheren Stadium diagnostiziert und dadurch deren Heilungschancen verbessert werden. Rund die Hälfte aller Tumore konnte in frühzeitigen Stadien entdeckt werden. Auch die relative 5-Jahres-Überlebensrate stieg im Zeitraum von 1998-2002 bis 2008-2012 von 82% auf 86%. Selten wurde Brustkrebs unter dem 40. Lebensjahr diagnostiziert, ab diesem Zeitpunkt steigt die Inzidenz mit höherem Alter.

Entstehung und Symptomatik von Brustkrebs

Die weibliche Brust (Mamma) besteht aus Drüsen-, Binde- und Fettgewebe. Der Drüsenkörper setzt sich aus mehreren Läppchen (Lobuli) zusammen, welche für die Produktion von Milch zuständig sind und diese in die Drüsengänge (Ducti) abgeben. Darüber gelangt die Milch schließlich bis zur Brustwarze. Die zwei Haupttypen von Mammakarzinomen gehen entweder von den Drüsenläppchen (lobuläres Mammakarzinom) oder von den Milchgängen (duktales Karzinom) aus. Das invasive duktale Karzinom ist mit 64% die häufigste Brustkrebsart, gefolgt vom invasiven lobulären Karzinom (12%).

Wie bei den meisten anderen Krebsarten sind die genauen Auslöser von Brustkrebs nicht bekannt. Allerdings sind eine Reihe von Risikofaktoren damit assoziierbar. In westlichen Ländern tritt Brustkrebs etwa 5-mal häufiger auf als in asiatischen und afrikanischen Ländern; Es wird angenommen, dass Umwelt- und gesellschaftliche Faktoren (z.B. Ernährung) eine wichtige Rolle bei der Entstehung spielen. Nur etwa 10% aller Brustkrebsfälle sind familiär bedingt, wobei etwa zwei Drittel davon durch Mutationen im BRCA-Gen bedingt sind. Der wichtigste Risikofaktor ist jedoch das fortgeschrittene Alter. Andere assoziierte Faktoren sind jenes Alter, in dem eine Frau ihr erstes Kind bekommen hat und jenes zum Zeitpunkt der ersten Menstruation und der Menopause. Östrogenhaltige Medikamente zur Linderung von Wechselbeschwerden erhöhen ebenso das Brustkrebsrisiko. Außerdem stehen Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und eine Ernährung, die reich an tierischen Fetten ist, im Verdacht, das Brustkrebsrisiko zu erhöhen.

Mammakarzinome werden in vielen Fällen als erstes von der Frau selbst als nicht schmerzhafter Knoten in der Brust entdeckt, welcher sich meist im oberen äußeren Viertel der Brust befindet. Weitere Anzeichen können eine gerötete Brustwarze, eine Einziehung der Brustwarze, Falten oder geschwürartige Veränderungen der Haut (Orangenhaut), eine einseitige Veränderung der Brustgröße oder auch Austritt von Blut oder Flüssigkeit aus den Brustwarzen sein.

Diagnostik des Mammakarzinoms

Die wichtigsten Maßnahme zur Früherkennung eines Mammakarzinoms bilden die Vorsorgeuntersuchungen, zu denen neben der Mammographie die regelmäßige Brustselbstuntersuchung und die klinische Brustuntersuchung durch den Arzt gehören. Die Mammographie, welche bei Frauen über 50 alle 2 Jahre empfohlen wird, ist die einzige Methode, die nachweislich die Brustkrebsmortalität senkt. Frauen zwischen dem 50. Und 69. Lebensjahr sollte daher empfohlen werden, am Nationalen Mammographie Screening Programm teilzunehmen.

Falls eine dieser Untersuchungen einen auffälligen Befund ergibt, werden weitere bildgebende Verfahren zur Diagnostik herangezogen, wie zum Beispiel eine Sonographie oder eine MRT. Bei Verdacht auf Metastasen, welche bevorzugt in der Lunge, der Leber und in den Knochen vorkommen, kann außerdem ein Ganzkörperstaging im Rahmen eines CTs und einer Skelettszintigraphie durchgeführt werden. Die Sicherung der Diagnose kann allerdings nur durch eine Gewebeprobe erfolgen, die meist mittels einer Stanzbiopsie unter örtlicher Betäubung entnommen wird. Falls dabei Brustkrebs diagnostiziert wird, kann das Biopsat gleichzeitig auf bestimmte Charakteristika (Hormonrezeptorstatus, HER2-2/neu-Status) untersucht werden, um die am besten abgestimmte Therapie zu evaluieren. 

Therapie des Mammakarzinoms

Die Auswahl der Therapie beim Mammakarzinoms hängt sehr stark von der Größe, vom Stadium und vom Hormonrezeptorstatus des Tumors ab. Im Allgemeinen stehen vier zentrale Behandlungsoptionen zur Verfügung: Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie und Hormontherapie.

Meist ist primär eine chirurgische Entfernung des Tumors notwendig. Wenn das Mammakarzinom in einem frühen Stadium entdeckt wurde, kann in vielen Fällen nur der Tumor selbst bzw. das tumortragende Brustsegment entfernt werden und die restliche Brust erhalten werden. Eine Mastektomie (Entfernung der Brust) muss nur in selteneren Fällen durchgeführt werden, etwa wenn der Tumor nur unvollständig entfernt werden kann. Um während der Operation bestimmen zu können, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat, wird eine sogenannte Sentinel-Lymphknotenbiopsie durchgeführt. Dabei wird der  Lymphknoten, der dem Lymphabflussgebiet des Tumors am nächsten liegt, entfernt und auf Tumorzellen untersucht. Werden dabei keine gefunden, müssen auch keine weiteren Lymphknoten entnommen werden. Im Anschluss an die Operation kann je nach individuellem Risikoprofil eine adjuvante Bestrahlung oder systemische Therapie erfolgen, um gegebenenfalls Metastasen zu behandeln und das Risiko eines Rezidivs so niedrig wie möglich zu halten.

Ob nach der Operation/Strahlentherapie eine adjuvante systemische Therapie (antihormonelle Therapie, Chemotherapie, Antikörpertherapie) notwendig ist, muss individuell entschieden werden. Einerseits hängt dies von den Charakteristika des Tumors ab, wie dessen Größe, Lymphknotenstatus, Grading, Hormon- und HER2-Status und andererseits auch von der Patientin selbst (Menopausenstatus, Alter). Wenn eine Chemotherapie indiziert ist, umfasst diese meist 6 Zyklen. Im Falle einer HER2/neu-Überexpression kann außerdem eine gleichzeitige zielgerichtete Behandlung mit Trastuzumab (einem monoklonalen Antikörper) erfolgen. Einige Mammakarzinome werden durch Hormone in ihrem Wachstum gefördert. Falls bei der Biopsie mitbestimmt wurde, dass der Tumor hormonrezeptorpositiv ist, kann eine antihormonelle Therapie ihn in seinem Wachstum hemmen. Bei Patientinnen, dich sich noch nicht in der Menopause befinden, muss zunächst die Hormonproduktion der Eierstöcke mittels sogenannter GnRH-Analoga unterbrochen werden. Anschließend können Antiöstrogene eingesetzt werden, um den Tumor zu behandeln. Bei postmenopausalen Frauen werden in der Regel Aromatasehemmer eingesetzt, die gegebenenfalls mit sogenannten CDK4/6-Inhibitoren kombiniert werden können.

 

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