Rheumatoide Arthritis (RA)

Allgemeines über die rheumatoide Arthritis

Die rheumatoide Arthritis (RA), auch chronische Polyarthritis genannt, ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. Sie äußert sich in einer chronischen Gelenkentzündung, die bei unzureichender Behandlung zu Funktionseinschränkungen bis hin zur Zerstörung der betroffenen Gelenke führen kann.

Epidemiologie der rheumatoiden Arthritis

Die rheumatische Arthritis gilt als die häufigste Krankheit des rheumatischen Formenkreises. Etwa 0.5-1% der Bevölkerung sind davon betroffen, dabei Frauen mehr als doppelt so häufig wie Männer. In Österreich leben rund 62.500 Menschen mit RA. Prinzipiell kann die Erkrankung in jedem Lebensalter auftreten, bei Frauen jedoch bevorzugt zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr, bei Männern zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr. Der Schweregrad der Erkrankung scheint zwar in den letzten Jahren abgenommen zu haben, dennoch liegt bei den Betroffenen weiterhin eine erhöhte Mortalität vor. Zudem stellen die Einschränkung bzw. der Verlust sozialer und finanzieller Selbstständigkeit eine große Belastung für die Patienten dar. 

Entstehung und Symptomatik der rheumatoiden Arthritis

Bei der rheumatoiden Arthritis kommt es zu einer autoimmunologischen Fehlsteuerung des Immunsystems, die zu einer Entzündung der Gelenksinnenhaut, der sogenannten Synovialmembran, führt. Durch die Einwanderung von zahlreichen Abwehrzellen beginnt die Synovialmembran zu wuchern, es entsteht der sogenannte „Pannus“. Dieser überwuchert mit der Zeit den Knorpel und führt zu dessen Zerstörung. 

Wie genau es zu dieser Erkrankung kommt, ist bis heute nicht ganz geklärt. Bei genetisch disponierten Personen wird dieses Autoimmungeschehen durch noch unbekannte Triggermechanismen ausgelöst. Infektionen als (Mit-)Ursache werden immer wieder diskutiert, auch diätetische Einflüsse werden genannt. Für die Entstehung der RA gibt es also wahrscheinlich nicht nur eine Ursache, sondern es spielen sowohl genetische Faktoren, als auch Umwelteinflüsse eine wichtige Rolle.

Die rheumatoide Arthritis äußert sich vor allem durch Schmerzen, Schwellungen, Überwärmung und Funktionseinschränkungen der betroffenen Gelenke. Ebenfalls typisch ist eine ausgeprägte Morgensteifigkeit. Prinzipiell können dabei fast alle Gelenke des Körpers betroffen sein, am häufigsten kommt es jedoch zum beidseitigen Befall der Fingergrund-, Fingermittel und Handgelenke. Auch größere Gelenke, wie z.B. die Hüfte, Kniegelenke oder auch das Kiefergelenk, können beteiligt sein. Allgemeinsymptome wie z.B. Krankheitsgefühl, Leistungsminderung, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit treten nicht selten begleitend auf. Der Krankheitsbeginn ist zumeist schleichend, kann aber auch plötzlich eintreten. Die Krankheit selbst verläuft schubhaft mit unterschiedlich ausgeprägten Schüben und nachlassenden Beschwerden dazwischen. Besonders gefürchtet bei der rheumatoiden Arthritis ist der Befall innerer Organe. Es kann unter anderem zur Schädigung von Gefäßen, Herz, Niere, Lunge, Leber, Augen und Nerven kommen. Der rechtzeitigen Diagnose der Erkrankung kommt daher erst recht große Bedeutung zu.

Diagnostik der rheumatoiden Arthritis

Bei der Diagnosestellung stehen die klinischen Erscheinungen, sprich die typische Gelenkschwellung mit Beteiligung der Hand- und Fingergelenke und die Morgensteifigkeit, im Vordergrund. Eine umfassende Anamnese und klinische Untersuchung sind also die entscheidenden Elemente. Um die Diagnose zu sichern, werden Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen und gegebenenfalls weitere bildgebende Verfahren wie z.B. Ultraschalluntersuchungen, MRT oder Skelettszintigraphie durchgeführt.

Bei laborchemischen Untersuchungen des Blutes sind vor allem die Entzündungsparameter (BSG, CRP) und andere, spezifischere Werte (z.B. ACPA) in der Regel erhöht. Bei etwa 65-80% der Patienten lassen sich außerdem sogenannte Rheumafaktoren nachweisen. Sichtbare röntgenologische Veränderungen weisen bereits auf ein fortgeschrittenes Stadium hin und fehlen daher meist zu Beginn. Daher gewinnen vor allem hochauflösende Ultraschalluntersuchungen, Szintigraphie und MRT zunehmend an Bedeutung. Auf diesem Weg können Veränderung bereits frühzeitig nachgewiesen werden. 

Therapie der rheumatoiden Arthritis

Die wesentlichen Ziele bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis sind einerseits, die Schmerzen zu verringern (idealerweise bis zur Schmerzfreiheit) und andererseits, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern bzw. zu verhindern und dadurch die Gelenke zu erhalten. 

Sobald die Diagnose einer RA gestellt wurde, sollte schnellstmöglich eine Therapie mit langwirksamen Antirheumatika (sogenannten Basistherapeutika bzw. DMARDs, Disease Modifying Antirheumatic Drugs) begonnen werden. Diese verhindern das Fortschreiten der Erkrankung und führen somit zu einer deutlich verbesserten Langzeitprognose. Zu DMARDs gehören etwa Methotrexat, Leflunomid oder Sulfasalazin. Neuere Basistherapeutika, auch Biologika genannt, wirken noch zielgerichteter und effektiver und haben die RA-Therapie in den vergangenen Jahren grundlegend revolutioniert. Aufgrund der Tatsache, dass Basistherapeutika ihre volle Wirkung erst nach einiger Zeit entfalten und es auch unter dieser Therapie zu symptomatischen Intervallen kommen kann, können in dieser Zeit zusätzlich Analgetika (z.B. Paracetamol), NSARs (z.B. Ibuprofen) oder Glukokortikoide (Cortison) zum Einsatz kommen. Neben der medikamentösen Therapie gehören schließlich auch Physiotherapie, Sport und Ergotherapie zum Management der rheumatoiden Arthritis.

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