Aktuelles zur Nichtraucherdebatte

Im November 2017 fand im Rahmen der Veranstaltung „Update Refresher Allgemeinmedizin“  in der Aula der Wissenschaften in Wien das von PFIZER unterstützte Symposium „Update zur medikamentösen Rauchertherapie“ statt. Oberarzt Dr. Helmut BRATH, Leiter der Diabetesambulanz des Gesundheitszentrums Süd der Wiener Gebietskrankenkasse, hielt vor mehr als 300 MedizinerInnen einen brillanten und eindringlichen Vortrag über die nachweislich schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums und deren gesundheits- und gesellschaftspolitisch relevante Auswirkungen. 

Wenige Wochen später gab die neu gewählte Bundesregierung die Aufhebung der 2015 beschlossenen Novelle des Tabakgesetzes bekannt – ein Gesetz für das längst überfällige, generelle Rauchverbot in der Gastronomie, das ab Mai 2018 in Kraft treten hätte sollen.

Ein herber Rückschlag für den Nichtraucher- und Arbeitnehmerschutz in Österreich! 

Die seit 2014 bestehende Ärzteinitiative „Don‘t Smoke1, seit Mai 2017 unter der Leitung der Österreichischen Krebshilfe, stieß mit ihrer Onlinepetition2 für eine Beibehaltung der ursprünglichen Tabakgesetznovelle innerhalb weniger Tage  auf überwältigende Resonanz: innerhalb kürzester Zeit unterschrieben tausende Bürger, und bis dato konnten über 450.000 Unterstützungserklärungen gesammelt werden! Ermutigt durch dieses Ergebnis, gab die Wiener Ärztekammer am 5. Jänner 2018 bekannt, ein Volksbegehren zu initiieren, um eine parlamentarische Behandlung des Themas zu erzielen. 

Die Initiative ist zu begrüßen, weil medizinisch gesehen der Rauchstopp eine wesentliche, lebensverlängernde Maßnahme darstellt: starke Raucher (>10 Zigaretten/Tag) starben einer großen Analyse aus Deutschland zufolge im Schnitt etwa 7-9 Jahre früher als Nichtraucher!3 In Italien konnte gezeigt werden, dass das generelles Rauchverbot sowohl bei Aktiv- als auch bei Passivrauchern mit einer raschen Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen assoziiert ist.4

Ganz unabhängig von den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen liegt es im eigenen Ermessen jeder Bürgerin, jedes Bürgers, mit seiner Gesundheit verantwortungsvoll umzugehen. Der Wille allein reicht aber leider oft nicht aus. Wer sich für einen Rauchstopp entschließt, sollte daher am besten seinen Arzt um Rat fragen: Studien zeigen, dass eine medikamentöse Rauchertherapie in Kombination mit begleitender Verhaltenstherapie zu einer 3x höheren Erfolgsrate führt als Rauchstoppversuche ohne Begleitmedikation, Verhaltenstherapie oder mithilfe von Nikotinersatzpräparaten.5

Daher: Sprechen Sie als Arzt das Rauchverhalten Ihrer Patienten aktiv an!

 

Quellen:

1. https://dontsmoke.at/
2. https://www.openpetition.eu/at/petition/online/wir-fordern-oevp-und-fpoe-auf-das-nichtrauchergesetz-muss-bleiben
3. Li K et al., BMC Med. 2014 Apr 7;12:59
4. Cesaroni G et al., Circulation. 2008;117:1183-1188
5. Kotz D et al., Addiction, 109, 491–499

 

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