Die Mukormykose ist eine invasive, also den ganzen Körper betreffende, Pilzinfektion. Die Inzidenz dieser Erkrankung liegt laut EU Daten zwischen 0,43 und 1,2 Fälle pro 1 Million Einwohner. Die Pilze rufen nekrotisierende  (Nekrose = Gewebe stirbt ab) Entzündungen der Lunge und der inneren Organe hervor und die Erkrankung verläuft häufig tödlich.

Die Mukormykose ist nach der Candidose (Infektion durch Hefepilze) und der Aspergillose (ebenfalls ein Schimmelpilz)  die dritthäufigste Pilzinfektion.
Viele verschiedene Pilzarten können eine Mukormykose verursachen; sie gehören alle zu einer großen Schimmelpilzgruppe, die man als Mucorales bezeichnet. Zu diesen Schimmelpilzen gehören Rhizopus, Rhizomucor, Absidia und Mucor2. Alle Arten verursachen ähnliche Symptome.

Diese Schimmelpilze kommen überall vor, beispielsweise zählen viele gängige Brotschimmelpilze dazu. Menschen atmen die Sporen dieses Schimmelpilzes wahrscheinlich ständig ein. Diese Schimmelpilze verursachen jedoch in der Regel keine Infektion.

Die Erkrankung tritt überwiegend bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem auf.
Zu den Risikofaktoren gehören schlecht kontrollierte, chronische Krankheiten, Diabetes, Krebserkrankungen, Immunsuppression und Trauma (insbesondere schwere Verletzungen)  z.B. auch im Zusammenhang mit Naturkatastrophen.

Je nach Infektionsort werden verschiedene Formen von Mykorinfektionen unterschieden:

  1. Rhinoorbitozerebrale Mukormykose: Sie ist die häufigste Form und betrifft den Nasen- und Augenbereich sowie das Gehirn.  Sie findet sich vor allem bei Kindern mit Diabetes mellitus oder bei Leukämiepatienten.
  2. Pulmonale Mukormykose: Hier ist die Lunge betroffen, vorallem bei Patienten mit hämatologischen Krebserkrankungen.
  3. Seltener wird die primär gastrointestinale Mukormykose diagnostiziert: v.a. bei unreifen Neugeborenen.  
  4. Die Mukormykose der Haut zeigt sich bei Patienten mit schweren Verbrennungen oder bei Leukämiepatienten.
  5. Bei Kindern mit akuter Leukämie findet sich vor allem die disseminierte Mukormykose; hier kann die Erkrankung den ganzen Körper betreffen.

Die Prognose der Mukormykose ist generell schlecht, die Sterblichkeitsrate liegt unabhängig vom Alter der Patienten zwischen 50 -70%. Eine vorbeugende Behandlung gibt es nicht.
Die Diagnose einer solchen Pilzinfektion erfordert invasive diagnostische Maßnahmen. Ganz entscheidend ist es, den ursächlichen Erreger exakt zu bestimmen. Dies ist Voraussetzung für die Entscheidung über die korrekte antimykotische Therapie, die Dauer der Behandlung, eventuelle chirurgische Maßnahmen oder sekundäre Prophylaxe.

 

Referenzen:

1 Cornely OA. Drug Res (Stuttg). 2014; 64 Suppl 1:S14-15.
2 Farmakiotis et al., Infect Dis Clin N Am 30 (2016) 143–163
3 Perusquía-Ortiz et al., JDDG; 2012; 10:611–622