Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Allgemeines zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED oder „inflammatory bowel disease“, IBD) gehen mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität einher. Man versteht darunter nicht-infektiöse, wiederkehrende oder durchgehend anhaltende Entzündungen des Verdauungstrakts. Die zwei wichtigsten Vertreter sind Morbus Crohn und  Colitis ulcerosa.

Epidemiologie von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Genaue epidemiologische Daten zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen liegen bisher nicht vor. Laut dem Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) wird von etwa 60.000 bis 80.000 betroffenen Menschen in Österreich ausgegangen, wobei die Dunkelziffer womöglich deutlich höher liegt. Die Häufigkeit der CED und mit ihnen verbundenen Krankenhausaufenthalten nimmt deutlich zu, besonders die des Morbus Crohn. Am Häufigsten wird eine CED  bei Personen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr diagnostiziert. Auffallend ist jedoch, dass zunehmend jüngere Leute (< 20) und auch Kinder davon betroffen sind.

Entstehung und Symptomatik von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Morbus Crohn ist eine Erkrankung, bei der es zu Entzündungen aller Wandschichten des gesamten Verdauungstrakts, sprich vom Mund bis zum After kommen kann. Am häufigsten tritt die Erkrankung jedoch im letzten Abschnitt des Dünndarms (Ileum) oder im ersten Abschnitt des Dickdarms (Caecum) auf. Ein wesentliches Charakteristikum des M. Crohn ist, dass die Entzündung meist nicht kontinuierlich in einem bestimmten Bereich des Verdauungstrakts auftritt, sondern sich entzündete und gesunde Bereiche abwechseln. Diese Entzündungen können sogar bis zur Entstehung von Fisteln, Fissuren, Abszessen oder auch Darmverengungen führen. Das häufigste Anzeichen für den Morbus Crohn sind Bauchschmerzen und nicht-blutige Durchfälle, wobei es auch zu Symptomen außerhalb des Gastrointestinaltrakts kommen kann, wie etwa Gelenksentzündungen oder Entzündungen der Haut bzw. der Augen. 

Bei der Colitis ulcerosa sind die entzündlichen Prozesse ausschließlich auf die Schleimhautschichten des Dickdarms beschränkt, wobei sich jene kontinuierlich unter Ausbildung von Geschwüren (Ulzerationen) ausbreiten. Klinisch zeigen sich meistens blutig-schleimige Durchfälle, wobei es wie beim Morbus Crohn auch zu extraintestinalen Symptomen kommen kann. In schweren Fällen kann es zu lebensbedrohlichen Blutungen oder zum sogenannten toxischen Megakolon kommen. Dabei handelt es sich um eine Überblähung des Dickdarms, welche zu einem Darmdurchbruch (Perforation) und folglich zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen kann.

Sowohl Morbus Crohn, als auch Colitis ulcerosa verlaufen meist schubweise. Die Ursachen für die Entstehung von CED sind aber nach wie vor nicht vollständig geklärt. Früher vermutete man, dass es sich um eine klassische Autoimmunreaktion des Körpers handelt, also um eine Überreaktion des Immunsystems gegen körpereigene Strukturen. Laut neuerer Forschungsergebnisse deutet jedoch alles vielmehr auf eine ursprünglich verminderte Funktion des angeborenen Immunsystems hin. Dies führt zu einer vermehrten Anhaftung und Invasion von Darmbakterien in die Schleimhaut. Erst in Folge dieser verminderten Abwehrfunktion kommt es zu einer überschießenden Immunreaktion. Zusätzlich zu einer gestörten Immunabwehr spielen außerdem genetische Faktoren und Umweltfaktoren (z.B. Rauchen) eine Rolle.

Diagnostik von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Durch ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch und eine entsprechende klinische Untersuchung kann meist bereits eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Mittels einer Blutabnahme können bestimmte Werte (CRP, Leukozyten, etc.) Hinweise auf entzündliche Prozesse geben. Meist wird gleichzeitig eine Stuhluntersuchung zum Ausschluss einer infektiösen Ursache durchgeführt. Eine endgültige Diagnose kann allerdings nur mit Hilfe einer Koloskopie gestellt werden, bei der Gewebeproben entnommen werden. Weiterführende Untersuchungen stellen außerdem die Ultraschall-, MRT- oder CT-Untersuchungen dar, mittels derer Wandverdickungen und teils auch Fisteln oder Abszesse abgebildet werden können. 

Therapie von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen werden je nach Form der Erkrankung und Stärke der Entzündung therapiert. Außerdem unterscheidet man zwischen der Behandlung von akuten Schüben und der Rezidivprophylaxe. Dabei können diätetische und symptomatische Maßnahmen in Kombination mit einer medikamentösen Therapie die stattfindenden  immunologischen Prozesse beeinflussen. Eine ursächliche Behandlung ist bisher leider nicht möglich. Das Ziel der Therapie ist es, die Beschwerden des Patienten bestmöglich zu lindern und Komplikationen zu verhindern.

 Zum medikamentösen Einsatz kommen Glucocorticoide, Immunsuppressiva und entzündungshemmende Medikamente. Außerdem stehen seit einigen Jahren auch sogenannte TNF-α-Inhibitoren und andere Biologika wie Anti-Integrin-Moleküle sowie seit kurzem auch ein Januskinase-Inhibitor zur Verfügung. Dabei handelt es sich um spezifische Moleküle, die in den Entzündungsprozessen eingreifen und gezielt, bestimmte proinflammatorische Signale herabsetzen. Bei gutem Ansprechen auf die Therapie liegt die Prognose sehr günstig.

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