Magen- und Duodenalgeschwüre

Allgemeines über Magen- und Duodenalgeschwüre

Die gastroduodenale Ulkuskrankheit ist eine der häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Je nachdem, welches Organ dabei betroffen ist, unterscheidet man das Magengeschwür (Ulcus ventriculi) und das Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni). Ein Geschwür (Ulkus) beschreibt dabei einen Defekt der Schleimhaut, der tief in die Magen- oder Darmwand hineinreicht. 

Epidemiologie von Magen- und Duodenalgeschwüren

Durchschnittlich 10% aller Erwachsenen erkranken im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an einem Magen- oder Duodenalgeschwür, wobei die Zahlen tendenziell rückläufig sind. Im Jahr 2014 waren in Österreich etwa 150.000 Menschen von Magen-Darm-Geschwüren betroffen. Dies entspricht etwa 2% der österreichischen Bevölkerung. Dabei macht das Duodenalgeschwür ungefähr 75% und das Magengeschwür 25% der Fälle aus. Während das Magengeschwür bei Frauen und Männern mit gleicher Häufigkeit auftritt, sind Männercirca  dreimal häufiger vom Duodenalgeschwür betroffen.

Entstehung und Symptomatik  von Magen- und Duodenalgeschwüren

Ein gastroduodenaler Ulkus entsteht im Allgemeinen durch ein Ungleichgewicht zwischen schleimhautschädigenden und schleimhautschützenden Faktoren. Die zwei häufigsten Ursachen dafür sind eine Besiedlung des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori oder die Folge einer Einnahme bestimmter entzündungshemmender Medikamente, sogenannter nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR), wie zum Beispiel Aspirin. Eine Infektion mit Helicobacter pylori führt dazu, dass die schützende Schleimschicht des Magens zerstört und folglich das Gleichgewicht zugunsten der aggressiven Magensäure verschoben wird. NSAR vermindern die Ausschüttung von sogenannten Prostaglandinen, welche essentiell für die Schleimproduktion sind. Weitere Risikofaktoren für die Entstehung von gastroduodenalen Ulzera stellen die Einnahme bestimmter Antidepressiva, Rauchen und Alkohol, chronische Gastritiden anderer Genese und akuter Stress (durch ein Trauma, eine große OP, etc.) dar. Mögliche Komplikationen sind Blutungen und ein Durchbruch des Ulkus durch die gesamte Magen- oder Darmwand (Perforation).

Das häufigste klinische Symptom ist der Oberbauchschmerz, wobei speziell beim Magengeschwür der Schmerz meist unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme und beim Duodenalgeschwür meist nachts im nüchternen Zustand auftritt. Oft wird er  von Völlegefühl, Blähungen und Übelkeit begleitet. Bei Komplikationen können außerdem Zeichen von Blutungen bestehen (z.B. Anämie, Bluterbrechen, blutiger Stuhl).

Diagnostik von Magen- und Duodenalgeschwüren

Bei einem Verdacht auf ein Magen- oder Duodenalgeschwür wird in der Regel eine Endoskopie (Oesophago-Gastro-Duodenoskopie, ÖGD) durchgeführt. Bei dieser werden mehrere Biopsien entnommen, um einen eventuellen Befall mit Helicobacter pylori nachzuweisen und Magenkrebs auszuschließen. Neben der Endoskopie kann außerdem ein nicht-invasiver Harnstoff-Atemtest erfolgen, der es ebenfalls ermöglicht, Helicobacter pylori nachzuweisen.

Therapie von Magen- und Duodenalgeschwüren

Gastroduodenale Ulzera lassen sich heutzutage sehr erfolgreich mit Medikamenten behandeln. Liegt die Ursache in einer Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori, so werden meist über einen Zeitraum von 7 Tagen Antibiotika und Magensäureblocker („Magenschutz“), allen voran sogenannte Protonenpumpeninhibitoren, verordnet. Das Bakterium wird dadurch abgetötet und das Ulkus kann abheilen. Wird das Geschwür hingegen durch ein Medikament verursacht, sollte dies wenn möglich abgesetzt werden. Falls nicht, können ebenfalls Protonenpumpeninhibitoren die Magensäureproduktion hemmen und so die Abheilung des Geschwürs begünstigen. In seltenen Fällen, vor allem beim Vorliegen von Komplikationen wie Blutungen oder Perforationen, kann eine chirurgische Intervention notwendig werden.

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