Meteorismus

Allgemeines über Meteorismus

Unter Meteorismus (Blähbauch, Blähsucht) versteht man eine übermäßige Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt. Am häufigsten ist dabei der Dickdarm betroffen, gelegentlich auch der Magen. Im Unterschied zu den sogenannten Flatulenzen, den eigentlichen Blähungen, bei denen vermehrt Darmgase über das Rektum entweichen, muss der Meteorismus nicht zwingend mit einem Abgang von Gasen verbunden sein.

Epidemiologie des Meteorismus

Der Meteorismus ist neben Bauchschmerzen und Obstipation das dritthäufigste Symptom bei Magen-Darm-Beschwerden. Bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen (z.B. Reizdarmsyndrom) ist die Blähsucht sogar oft eines der unangenehmsten Leitsymptome. Etwa 10-30% der Bevölkerung berichtet regelmäßig vom Gefühl eines aufgeblähten Bauches, wobei Frauen davon deutlich stärker betroffen sind als Männer. Bei bis zu 40% der Frauen ist der Meteorismus eines der häufigsten Symptome vor und während der Menstruation. Der Großteil der Patienten gibt außerdem an, dass sich die Beschwerden oft nach einer Mahlzeit (vor allem nach großen/fettreichen) entwickeln bzw. verstärken. Außerdem verschlimmert sich das Symptom meist während des Tages, verbessert sich über die Nacht und wird bei etwa einem Drittel der Patienten durch Stress verstärkt.

Entstehung und Symptomatik des Meteorismus

Meteorismus kann sehr vielfältige Ursachen haben – von einem erhöhten Volumen des Darminhalts bis zu verminderter Bauchwandspannung, objektiver Bauchumfangszunahme und auch subjektivem Blähungsgefühl. Am häufigsten liegt dem Meteorismus jedoch ein vermehrter intestinaler Gasgehalt zugrunde. Viele Patienten klagen dabei neben Aufgetriebensein auch über Schmerzen, Völlegefühl, Flatulenzen und sind dadurch in ihrem Alltag oft stark eingeschränkt.

Vermehrte Darmgase entstehen vor allem im Dickdarm durch die bakterielle Zersetzung von bis dahin nicht verdauten Kohlenhydraten und im geringeren Maße auch Proteinen. Die Zusammensetzung der Nahrung spielt daher eine wesentlich Rolle. So kann etwa eine Ernährung reich an Ballaststoffen, Hülsenfrüchten (Bohnen, Linsen, etc.), Fructose und Zuckeraustauschstoffen wie Sorbitol die Entwicklung eines Meteorismus begünstigen. Genauso gut können allerdings auch Malassimilations- und Maldigestionskrankheiten (z.B. Laktoseintoleranz, Zöliakie) Ursachen dafür sein. Weiters können auch das übermäßige Verschlucken von Luft (Aerophagie), z.B. durch hastiges Essen, Motilitätsstörungen des Darms, Behinderungen des Gasaustauschs und die Einnahme von Medikamenten (z.B. Antibiotika) für die Entwicklung eines Meteorismus verantwortlich sein.

Diagnostik des Meteorismus

Wichtige Anhaltspunkte erlangt der behandelnde Arzt/die behandelnde Ärztin im ersten Schritt bereits durch eine ausführliche Anamnese (Ernährungsgewohnheiten, Medikamente, sonstige Beschwerden, OPs, etc.) und durch die körperliche Untersuchung. Basierend darauf wird entschieden, ob weitere Untersuchungen, wie etwa Blutuntersuchungen, Stuhlproben, Röntgenuntersuchungen oder etwa eine Endoskopie erforderlich sind, um ernstere Erkrankungen ausschließen zu können. Auch verschiedene Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Laktosetoleranztest) können bei der Diagnostik hilfreich sein.

Therapie des Meteorismus

Eine einheitliche Therapie für Meteorismus, die bei jedem gleichermaßen wirkt, gibt es nicht. Die Behandlung ist je nach der Ursache der Beschwerden sehr individuell und kann grundsätzlich in allgemeine Maßnahmen und medikamentöse Therapie unterteilt werden. Zu den Allgemeinmaßnahmen gehören körperliche Bewegung zur Anregung der Darmtätigkeit, langsames Essen und gründliches Kauen und vor allem auch ernährungstherapeutische Maßnahmen, wie der Verzicht auf kohlensäurehaltige Getränke, das Meiden von blähenden Lebensmitteln wie etwa Hülsenfrüchte oder Kohl, eingeschränkter Genuss von Zuckeraustauschstoffen und das Vermeiden von glutenhaltigen/laktosehaltigen Produkten bei einer solchen Unverträglichkeit.

Weiters gibt es verschiedene Medikamente, die bei Blähbauch-Beschwerden eingesetzt werden können. Sogenannte Entschäumer verhindern die Ansammlung von größeren Gasmengen im Darm, Karminativa (pflanzliche Extrakte wie Kümmel, Fenchel, Anis oder Pfefferminze) haben verdauungsfördernde und krampflösende Eigenschaften und Prokinetika können vor allem bei gleichzeitig auftretender Obstipation eingesetzt werden. Außerdem werden heutzutage auch Antidepressiva, Spasmolytika und Probiotika erfolgreich bei der Behandlung von Meteorismus angewandt.

Weitere Informationen bzw. MaterialienInfo Icon

Zur Therapie von Meteorismus bietet Pfizer folgendes Produkt an: