Allgemeines über die Geburtseinleitung

Nicht immer kommt es bei Schwangeren innerhalb eines akzeptablen Zeitraums um den errechneten Geburtstermin zu spontaner Wehentätigkeit. In manchen Situationen ist es daher erforderlich, die Geburt durch Auslösen der Wehen künstlich einzuleiten. Vor jeder Geburtseinleitung soll eine detaillierte ärztliche Aufklärung und Beratung der Schwangeren mit dem Ziel einer gemeinsamen Entscheidungsfindung erfolgen.

Epidemiologie von Geburtseinleitungen1

Die Geburtseinleitung gehört mittlerweile zu den häufigsten Maßnahmen im geburtshilflichen Alltag und wird bei etwa 20 –25% aller Schwangerschaften durchgeführt. 

Gründe für eine Geburtseinleitung1

Die Indikation zur Durchführung einer Geburtseinleitung muss kritisch gestellt werden, da hierdurch der natürliche Verlauf der Schwangerschaft beeinflusst wird. Die vermuteten Vorteile müssen mit den möglichen Nachteilen abgewogen werden. Generell gilt, dass die Geburtseinleitung das Erreichen eines besseren perinatalen Ergebnisses für Mutter und Kind als durch eine abwartende Haltung zum Ziel hat. Eine künstliche Geburtseinleitung kann sowohl aus mütterlichen als auch aus kindlichen Gründen notwendig werden. Diese sind gemäß den aktuellen Leitlinien unter anderem:

  • Terminüberschreitung / Übertragung
  • Früher vorzeitiger Blasensprung (PPROM, preterm prelabour rupture of membranes:  vorzeitiger Blasensprung vor 37+0 SSW)
  • Vorzeitiger Blasensprung (PROM, prelabour rupture of membranes)
  • Insulinpflichtiger Gestationsdiabetes 
  • SGA-Feten (small for gestational age) oder intrauterine Wachstumsrestriktion2
  • Intrahepatische Schwangerschaftscholestase
  • Hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen3
  • Verdacht auf (nicht-diabetogene) Makrosomie
  • Intrauteriner Fruchttod

Methoden der Geburtseinleitung1

Grundsätzlich kann eine Geburt mittels medikamentösen (Prostaglandine, Misoprostol, Oxytocin) oder mechanischen Maßnahmen (z.B. Eipollösung, Amniotomie) eingeleitet werden. Entscheidend für die Art der Einleitung ist der sogenannte Bishop-Score. Dieser dient der Beurteilung der Geburtsreife des Muttermundes (Zervixreife). Weitere Faktoren, die bei der Wahl des Verfahrens berücksichtigt werden sollten, sind unter anderem das Vorhandensein eines (vorzeitigen) Blasensprungs oder eines vorherigen Kaiserschnitts in der Anamnese.

  • Ist die Zervix noch nicht geburtsreif (Bishop-Score < 8), wird zumeist mit Prostaglandin E2 (Dinoproston), welches als Gel, Tablette oder Insert lokal appliziert wird, der zervikale Reifungsprozess (sog. Priming) ausgelöst. Prostaglandine lösen einerseits Wehen aus und bewirken andererseits eine Reihe von Veränderungen im Bereich der Zervix, wie etwa deren Erweichung und eine Reduktion des zervikalen Widerstandes. Alternativ steht oral appliziertes Misoprostol oder aber auch die Anwendung eines Ballonkatheters oder Zervixdilatatoren zur Verfügung.
  • Bei reifer Zervix (Bishop-Score > 8) können die Wehen entweder mittels einer Oxytocin-Infusion, Eipollösung, einer instrumentellen Fruchtblasensprengung (Amniotomie) oder einer Kombination mehrerer Methoden ausgelöst werden. Durch diesen Eingriff setzen die Wehen meist innerhalb von 1-2 Stunden ein. 

 

Referenzen: 
1 Induction of labour. Guideline of the German Society of Gynecology and Obstetrics (S2k, AWMF Registry No. 015-088, December 2020). https://www.awmf.org/leitlinien/detail/II/015-088.html (abgerufen am 8.11.2021)
2 Intrauterine Growth Restriction. Guideline of the German Society of Gynecology and Obstetrics (S2k-Level, AWMF Registry No. 015/080, October 2016). https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/015-080.html (abgerufen am 8.11.2021)
3 Hypertensive Pregnancy Disorders: Diagnosis and Therapy. Guideline of the German Society of Gynecology and Obstetrics (S2k-Level, AWMF-Registry No. 015/018, March 2019). https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/015-018.html (abgerufen am 8.11.2021)

 

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