Über Hyperprolaktinämie

Allgemeines über die Hyperprolaktinämie

Prolaktin ist ein Hormon, das von der Hirnanhangsdrüse gebildet und vor allem in der Schwangerschaft vermehrt ausgeschüttet wird. Als Hyperprolaktinämie bezeichnet man einen Überschuss von Prolaktin im Blut. Diese Erhöhung kann sowohl physiologische, als auch pathologische Ursachen haben.

Epidemiologie der Hyperprolaktinämie

Eine Hyperprolaktinämie tritt bei weniger als 1% der Bevölkerung auf. Die häufigste pathologische Ursache für einen erhöhten Prolaktinspiegel, das Prolaktinom, ist gleichzeitig der häufigste hormonproduzierende Hypophysentumor des Menschen. Jährlich erkranken etwa 50-60 Personen pro 1 Million Einwohner daran. Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer, vor allem vor der Menopause. Die meisten Prolaktinome findet man bei Personen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

Entstehung und Symptomatik der Hyperprolaktinämie

Prolaktin ist ein sogenanntes laktogenes Hormon, welches in der Hypophyse gebildet wird. Die Ausschüttung unterliegt einem zirkadianen Rhythmus mit hohen Spiegeln während des Schlafs. Prolaktin ist bei Frauen besonders während und nach der Schwangerschaft von großer Bedeutung. Es fördert die Entwicklung der weiblichen Brustdrüse und die Produktion und Sekretion der Milch. Außerdem hemmt es die Funktion der Eierstöcke. Dies führt dazu, dass der weibliche Zyklus während der Stillphase unterdrückt wird. Die Wirkung von Prolaktin beim Mann ist bisher noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass das Hormon synergistisch mit Testosteron wirkt. Ein Mangel bzw. das Fehlen von Prolaktin beim Mann verursacht jedoch keine Symptome.

 

Ein Überschuss an Prolaktin im Blut kann sowohl natürliche (physiologische), als auch krankhafte (pathologische) Ursachen haben. Die häufigste physiologische Ursache ist die Schwangerschaft. Auch der Saugreiz beim Stillen führt zu einer vermehrten Ausschüttung des Hormons. Weiters können auch Stress und hohe körperliche Belastung erhöhte Prolaktinspiegeln bewirken. All jene Prozesse, die morphologisch oder funktionell die Prolaktinsekretion stören können, können zu einer pathologischen Hyperprolaktinämie führen. Dazu gehören unter anderem Raumforderungen der Hypophyse, entzündliche Erkrankungen von Hypothalamus oder Hypophyse, eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und zahlreiche Medikamente, insbesondere Neuroleptika. Die häufigste krankhafte Ursache einer Hyperprolaktinämie ist das sogenannte Prolaktinom, ein gutartiger Tumor der Hypophyse.

Eine Hyperprolaktinämie kann zu verschiedensten Symptomen führen. Bei prämenopausalen Frauen kommt es meist zu Zyklusstörungen bis hin zum Ausbleiben der Menstruation, zur Abnahme der Libido und zu übermäßigem Haarwuchs (Hirsuitismus). Postmenopausale Frauen bemerken zumeist verminderte bzw. ausbleibende Hitzewallungen. Bei Männern führt eine Hyperprolaktinämie meist zur Abnahme von Libido und Potenz bis hin zur Impotenz und Infertilität. Bei langandauernder Hyperprolaktinämie kann es außerdem bei beiden Geschlechtern zum Austritt von milchiger Flüssigkeit aus den Brustdrüsen und zu Osteoporose kommen. Ist ein Prolaktinom für die Erkrankung verantwortlich, stehen vor allem Folgen der Raumforderung im Vordergrund der Symptomatik (Gesichtsfeldeinschränkungen, Kopfschmerzen, etc.).

Diagnostik der Hyperprolaktinämie

Der wesentlichste Schritt bei Verdacht auf eine Hyperprolaktinämie nach einem ausführlichen Patientengespräch (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung ist die Bestimmung des Prolaktinspiegels im Blut. Bei deutlich erhöhten Werten kann mit Hilfe einer MRT abgeklärt werden, ob es sich um ein Prolaktinom als Ursache handelt oder nicht. Da eine Hyperprolaktinämie auch selbst ein Symptom bzw. eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen (z.B. Schilddrüse, Nebenniere, etc.) sein kann, können Tests dieser Organe ebenso aufschlussreich sein. Eventuelle medikamentöse Ursachen können im Anamnesegespräch erkannt werden. 

Therapie der Hyperprolaktinämie

  • Die Therapie der Hyperprolaktinämie richtet sich nach der Ursache der Erkrankung. Beruhen die erhöhten Prolaktinwerte auf einer anderen Erkrankung, steht deren Behandlung im Vordergrund. Bei einer Hyperprolaktinämie als Medikamentennebenwirkung sollten deren Dosis wenn möglich reduziert oder auf ein anderes Präparat umgestiegen werden. Bei einem Prolaktinom stehen grundsätzlich 3 Therapieoptionen zur Verfügung: die medikamentöse Behandlung, ein operativer Eingriff oder eine Strahlentherapie. Üblicherweise werden dabei zuerst Medikamente eingesetzt (sogenannte Dopaminagonisten wie z.B. Cabergolin), da diese nicht nur zur Normalisierung des Prolaktinspiegels, sondern in der Mehrheit der Fälle auch zum Schrumpfen bis hin zum kompletten Verschwinden des Prolaktinoms führen. Ist eine medikamentöse Therapie erfolgslos, kann eine Operation oder Strahlentherapie erforderlich sein. 

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