Allgemeines über das Vorhofflimmern

Vorhofflimmern stellt die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung dar, die zudem mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle und Herzinsuffizienz einhergeht. Durch fehlerhafte elektrische Signale schlagen die Herzvorhöfe nicht mehr im Takt, sondern unkontrolliert – sie flimmern. Der normale Herzschlag ist damit nicht mehr gegeben.

Epidemiologie des Vorhofflimmerns

Vorhofflimmern ist die mit Abstand am häufigsten vorkommende, permanente Rhythmusstörung. Etwa 1.5-2% der Bevölkerung in den Industrieländern sind davon betroffen. Schätzungen zufolge wird es bis 2030 14-17 Millionen Patienten mit Vorhofflimmern in der Europäischen Union geben.

Die Häufigkeit des Auftretens von Vorhofflimmern nimmt vor allem mit dem Alter zu. Bei den über 80-jährigen sind bereits 9% der Bevölkerung von Vorhofflimmern betroffen. Patienten mit Vorhofflimmern haben ein 5-fach erhöhtes Schlaganfallrisiko. Rund 15% aller Schlaganfälle treten bei Patienten mit Vorhofflimmern auf.

Entstehung und Symptomatik des Vorhofflimmerns

Beim Vorhofflimmern kommt es zu sehr schnellen, aber unregelmäßigen Kontraktionen der Herzvorhöfe. Eine vollständige Kontraktion und damit das Weiterpumpen vom Blut in die Herzkammer kann nicht mehr stattfinden, was wiederum eine Verlangsamung des Blutstroms zur Folge hat. Das Vorhofflimmern ist zwar unmittelbar nicht lebensbedrohlich, kann jedoch im Vorhof zur Ausbildung von Blutgerinnseln (Thromben) führen. Wandert der Thrombus über die Blutbahn ins Gehirn, kann er dort ein Gefäß verschließen und einen Schlaganfall auslösen. Vorhofflimmern kann auch den Herzmuskel auf Dauer schwächen, es kommt zur Herzinsuffizienz. Zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Vorhofflimmern gehören, abgesehen vom Alter, Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankungen, Übergewicht, Diabetes und chronische Nierenerkrankungen. Auch strukturelle Veränderungen des Herzens können die Entwicklung begünstigen. Bei vielen Betroffenen ist die Ursache des Vorhofflimmerns jedoch unklar, man spricht dann von idiopathischem Vorhofflimmern.

Vorhofflimmern kann sich sehr unterschiedlich präsentieren. Die Beschwerden können von Herzklopfen über Herzstolpern bzw. -rasen bis hin zur Atemnot, Leistungsschwäche und Schwindel reichen. Viele Betroffene merken von der Erkrankung hingegen gar nichts. Eine korrekte und frühzeitige Diagnose ist jedoch vor allem im Hinblick auf die notwendige Schlaganfallprophylaxe von sehr großer Bedeutung.

Diagnostik des Vorhofflimmerns

Sobald ein Verdacht auf Vorhofflimmern vorliegt ist das wichtigste Mittel zur Sicherung der Diagnose das EKG. Falls das Vorhofflimmern nur sporadisch auftritt, kann ein 24-Stunden-EKG notwendig sein. Je nach Risikoprofil des Patienten können außerdem Laboruntersuchungen, eine Echokardiographie zur genaueren Darstellung des Herzens und andere apparative Diagnoseverfahren hilfreich sein. Diese dienen vor allem dazu, andere mögliche Ursachen des Vorhofflimmerns (z.B. Herzklappenfehler, etc.) zu diagnostizieren.

Therapie des Vorhofflimmerns

Das Ziel der Therapie des Vorhofflimmerns ist einerseits die Beschwerdefreiheit des Patienten und andererseits das Vermeiden von Folgeerkrankungen. Vor allem bei älteren Patienten sowie Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren sollte daher zunächst eine Schlaganfallprophylaxe mit Antikoagulantien erfolgen. Die Herzrhythmusstörung selbst kann entweder durch eine sogenannte Rhythmuskontrolle, sprich die Wiederherstellung und Erhaltung des normalen Herzrhythmus, oder eine Herzfrequenzkontrolle erreicht werden. Dafür kommen Medikamentenklassen wie Betablocker, Kalziumantagonisten und andere Antiarrhythmika zum Einsatz. Schlägt die medikamentöse Therapie nicht an, können andere Verfahren wie z.B. eine Katheterablation eingesetzt werden. Bei der akuten Notwendigkeit der Wiederherstellung des Sinusrhythmus kann außerdem eine elektrische oder medikamentöse Kardioversion erfolgen.

Zur Behandlung des Vorhofflimmerns bzw. zur Prophylaxe möglicher Thrombosen, Embolien oder Schlaganfälle bietet Pfizer folgende Produkte an:
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