Dermatologische und systemische Pilzerkrankungen

Epidemiologie

  • Weltweit existieren rund eine Million Pilzarten, wobei nur rund 150 davon als primäre Krankheitserreger angesehen werden.
  • 7-15% aller nosokomialen Infektionen in Europa werden durch Pilze, meist Candida-Arten, verursacht. Bei Septikämien der Intensivpatienten gehören sie zu den fünf häufigsten Erregern. Candida albicans ist mit 90% der häufigste Erreger von Mykosen und Candidämien.
  • Schätzungsweise machen 75% aller Frauen mindestens einmal in ihrem Leben eine Candidamykose durch.

Allgemeines

  • Allgemein kann man nach dem DHS-System drei klinisch relevante Gruppen von Pilzen unterscheiden:

    • Dermatophyten (Trichophyton-, Microsporum-, Epidermophyton-Spezies)
    • Hefen (Candida- und Cryptococcus-Spezies)
    • und Schimmelpilze (Aspergillus-, Mucorales-, Fusarium- und Scedosporium-Spezies)
  • Die Eintrittspforte bei invasiven Candidämien durch C. albicans stellt meistens ein intravasaler Katheter oder der Gastrointestinaltrakt dar. Candida glabrata ist der zweithäufigste Erreger unter den Candida-Spezies und verursacht hauptsächlich Erkrankungen des Urogenital- und Gastrointestinaltraktes.
  • Cryptococcus neoformans ist ein Pilz, der hauptsächlich in der Erde und in Vogelkot vorkommt. Gefährlich wird dieser Pilz bei immunsupprimierten Menschen bzw. Menschen mit Immundefizienz. Die Aufnahme erfolgt inhalatorisch, bei Dissemination infiltriert er die Meningen und führt zu einer Meningitis, kann aber auch andere Organe befallen.
  • Unter den Aspergillus-Spezies ist der Aspergillus fumigatus, mit einem Anteil von 90% der Infektionen mit Aspergillus, der häufigste Vertreter. Dieser befällt meist die Lunge. Symptome sind Hämoptoe, Husten und Fieber. Die Aspergillose tritt selten bei immungesunden Patienten auf. In letzter Zeit treten immer häufiger Infektionen mit Mucorales-Arten auf, welche eine Mortalität von bis zu 100% haben können.
  • Unter der Bevölkerung weit verbreitet sind unter anderem der Fußpilz und der Scheidenpilz. Nagelpilz und Pilzinfektionen der Haut werden meistens durch Dermatophyten-Spezies verursacht. Die Schleimhaut betreffende Mykosen (Soor im Verdauungstrakt und vaginale Candidamykose) werden meistens durch Candida-Spezies verursacht. Auf der Haut äußert sich die sogenannte Tinea mit Rötungen und Juckreiz, vaginal treten Juckreiz, Brennen, Rötung und topfenartiger Ausfluss auf. Den Mundsoor erkennt man an den weißen Belägen auf der Mundschleimhaut. Bei oberflächlichen Mykosen reicht meistens eine topische Therapie aus.
  • Therapeutisch stehen Echinocandine, Azole und Polyene zur Verfügung.

Zur Therapie von Pilzerkrankungen bietet Pfizer folgende Produkte an:
Um Zugang zu erhalten, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich.

Für weiterführende Informationen zum Thema "Seltene Erkrankungen" klicken Sie hier:

Weiterführende Informationen für Laien finden Sie hier: https://www.pfizer.at/gesundheit/seltene-erkrankungen/