Gemischte Schmerzen / Mixed Pain

Mixed Pain1

Schmerzen können sowohl eine neuropathische als auch eine nozizeptive Schmerzkomponente aufweisen. Man spricht dann von einem „Mixed Pain“. Beispiele für derartige Erkrankungen sind z.B. Lumbalgie, Lumboischialgie, Postnukleotomie-Syndrom, Tumoren oder Metastasen der Wirbelsäule, Spinalkanalstenose, Tumorschmerz oder komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS).

Wie stark welche der beiden Komponenten (neuropathisch oder nozizeptiv) auftritt, kann beträchtlich variieren. Besonders der neuropathische Systemkomplex kann sehr vielfältig sein und somit die Diagnose erschweren.
Eine umfassende Anamnese ist zu Beginn einer Diagnostik essentiell. Für die richtige Zuordnung des Schmerzmechanismus sind Fragen wie Lokalisation, unterschiedliche Qualitäten, die Dauer, der Verlauf und die Intensität des Schmerzes von besonderer Bedeutung.

1. Therapie des Mixed Pain

Das WHO-Stufenschema zur Schmerztherapie, welches sich ausschließlich an der Schmerzstärke orientiert, wurde für die Behandlung von Tumorschmerzen empfohlen und ist somit dem Mixed-Pain Konzept nicht völlig gerecht.
Die nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR)  sind die am häufigsten verwendeten Medikamente der Stufe 1. Diese wirken jedoch nur gegen die nozizeptive Schmerzkomponente. Das gastrointestinale Nebenwikungspotential der NSAR ist weiters nicht unerheblich. Um wirksam bei Vorliegen eines gemischten Schmerzes eingreifen zu können und zudem eine Chronifizierung des Schmerzes zu vermeiden, sollte im Sinne einer spezifischen Behandlung des Neuropathie-Anteils die frühzeitige Therapie mit Antidepressiva bzw. Antikonvulsiva, aber auch der frühzeitige Einsatz von Opioidanalgetika in Retardform in Betracht gezogen werden.
Für alle drei Substanzklassen konnte eine Wirkung bei neuropathischem Schmerz in zahlreichen Studien nachgewiesen werden. Es ist erforderlich, für jeden Patienten einen Therapie-Algorithmus individuell zu erstellen. Einen entscheidenden Faktor zur Verbesserung der Adhärenz stellt die exakte Aufklärung der Patienten über die schmerzspezifische Medikamentenauswahl dar, um somit Missverständnisse im Hinblick auf weitere Indikationen (Depression bei Antidepressiva bzw. Epilepsie bei Antikonvulsiva) zu verhindern. Für ein multimodales Therapiekonzept spielen bei Mixed Pain die medikamentöse Therapie, ebenso wie Physiotherapie und eventuell Psychotherapie als auch Patientenedukation eine wichtige Rolle.
 

Quelle

1) Ärztemagazin Sonderdruck 2014, Mixed Pain: Kombinierte Therapie gegen den Schmerz

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