Gemischte Schmerzen / Mixed Pain

  

 

Allgemeines über „Mixed Pain“1

Mixed Pain ist eine komplexe Überlappung der verschiedenen bekannten Schmerztypen (nozizeptive, neuropathische und noziplastische Schmerzen) in jeglicher Kombination, die gleichzeitig in derselben Körperregion Schmerzen verursachen. Jeder der unterschiedlichen Schmerztypen kann zu einem bestimmten Zeitpunkt dominant wirken. Mixed Pain kann akut auftreten, aber auch chronifizieren.

Mixed Pain Zusammensetzung
Abbildung nach Freynhagen R. et al., Current understanding of the mixed pain concept: a brief narrative review. Curr Med Res Opin. 2019 Jun;35(6):1011-1018.

Diagnose von Mixed Pain

Wie stark welche der drei Komponenten (neuropathisch, neuroplastisch oder nozizeptiv) auftritt, kann beträchtlich variieren. Besonders der neuropathische Systemkomplex kann sehr vielfältig sein und somit die Diagnose erschweren. Eine umfassende Anamnese ist zu Beginn einer Diagnostik essenziell. Für die richtige Zuordnung des Schmerzmechanismus sind Fragen wie Lokalisation, unterschiedliche Qualitäten, die Dauer, der Verlauf und die Intensität des Schmerzes von besonderer Bedeutung. 

Therapie von Mixed Pain2

Das WHO-Stufenschema zur Schmerztherapie, welches sich ausschließlich an der Schmerzstärke orientiert, wurde für die Behandlung von Tumorschmerzen entwickelt und wird somit dem Mixed Pain Konzept nicht gerecht.

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wirken nur gegen die nozizeptive Schmerzkomponente und weisen ein hohes gastrointestinales und kardiovaskuläres Nebenwirkungspotential auf. Um Mixed Pain wirksam zu behandeln und eine Chronifizierung des Schmerzes zu vermeiden, sollte im Sinne einer spezifischen Behandlung des Neuropathie-Anteils die frühzeitige Therapie mit dafür zugelassenen Antidepressiva bzw. Antikonvulsiva in Betracht gezogen werden. Weiters kann auch der frühzeitige Einsatz von Opioid-Analgetika in Retardform indiziert sein. 

Es ist erforderlich, für jeden Patienten einen individuellen Therapie-Algorithmus zu erstellen. Einen entscheidenden Faktor zur Verbesserung der Adhärenz stellt die exakte Aufklärung der Patienten über die schmerzspezifische Medikamentenauswahl dar, um somit Missverständnisse im Hinblick auf weitere Indikationen (Depression bei Antidepressiva bzw. Epilepsie bei Antikonvulsiva) zu verhindern. Für ein multimodales Therapiekonzept spielen bei Mixed Pain neben der medikamentösen Therapie auch Physiotherapie, Patientenedukation und eventuell Psychotherapie eine wichtige Rolle.

 

Quellen
1. Freynhagen R. et al., Current understanding of the mixed pain concept: a brief narrative review. Curr Med Res Opin. 2019 Jun;35(6):1011-1018. 
2. Junker U. et al., Chronic pain: the “mixed pain concept” as a new rationale. Dtsch Arztebl. 2004;101:1393–1394. 

 

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