Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Allgemeines über FSME

Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME) handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch das FSME-Virus verursacht wird. Die Erkrankung kann sich als Entzündung der Gehirnhäute (Meningitis), des Gehirns (Enzephalitis) und des Rückenmarks manifestieren und gehört neben der Lyme-Borreliose zu den wichtigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen.

Epidemiologie und Übertragung von FSME

FSME ist vor allem in Mittel-, Nord-, Osteuropa bis Japan weit verbreitet. Gemäß dieses geographischen Vorkommens sind 3 Subtypen des FSME-Virus bekannt (europäischer, sibirischer und fernöstlicher Subtyp). In Mitteleuropa ist Österreich eines der am stärksten betroffenen Länder und gilt als sogenanntes Endemiegebiet. Das FSME-Virus kommt dabei in jedem Bundesland vor, weshalb eine Impfung für alle in Österreich lebende Personen zu empfehlen ist. Durch den Start der großen FSME-Impfaktionen die Zahl der Erkrankungen von 300-700 Fällen pro Jahr auf unter 100 zurückging. In den letzten Jahren steigt die Zahl der Erkrankungen jedoch wieder. Im Jahr 2018 wurden in Österreich 154 Fälle von FSME gemeldet. Die Letalität der FSME in Österreich beträgt etwa 1-2%.

Die Übertragung des FSME-Virus erfolgt in erster Linie mittels Zecken. Diese nehmen das Virus von einem virusinfizierten Tier (vor allem kleine Nagetiere in Wäldern und Wiesen, Vögel, Rehe und Rotwild) auf und übertragen es durch einen Stich auf den Menschen. Die meisten Infektionen treten von Frühjahr bis in den Spätherbst auf, besonders aber in den warmen Sommermonaten nach Outdoor-Aktivitäten. Abhängig von der Region sind etwa 0.1-5% der Zecken mit dem Virus infiziert. Gelegentlich kann das FSME auch durch unpasteurisierte Milch bzw. Milchprodukte von Ziegen und Schafen (eher seltener von Kühen) übertragen werden. 

Symptomatik von FSME

Ein großer Anteil der Infektionen mit dem FSME-Virus verläuft symptomlos. Nur etwa 30% aller FSME-Virus-Infektionen manifestieren sich klinisch und verursachen nach einer Inkubationszeit von etwa 7-14 Tagen ein meist biphasisches Krankheitsbild. Zu Beginn stehen hauptsächlich grippeähnliche Symptome (Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber um die 38°C), denen anschließend ein symptomfreies Intervall (ca. 7 Tage) folgt. In der zweiten Phase kommt es zum neuerlichen Fieberanstieg (> 38°C) und zur Manifestation der Erkrankung in Form einer Meningitis, Enzephalitis, Myelitis oder als Kombination dieser Zustände (Meningoenzephalitis, Meningoenzephalomyelitis). Das Spektrum der Symptome reicht von Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit bis zu Bewusstseinsstörungen, Lähmungen von Extremitäten und Hirnnerven und schließlich Atemlähmungen. Bei etwa einem Drittel der Patienten kommt es zu langdauernden Folgeschäden. 

Therapie und Prävention von FSME

Für eine akute FSME-Infektion gibt es keine spezifische Therapie. Die Behandlung erfolgt rein symptomatisch. Nach einer durchgemachten Infektion sind die Betroffenen in der Regel immun. Einen wirksamen Schutz vor einer Infektion kann die FSME-Impfung bieten. Diese wird laut Österreichischem Impfplan empfohlen und bietet einen Schutz gegen alle Subtypen des FSME-Virus. Die Grundimmunisierung besteht dabei aus 3 Teilimpfungen. Die erste Auffrischungsimpfung sollte drei Jahre nach der Grundimmunisierung erfolgen und danach bis zum vollendeten 60. Lebensjahr alle 5 Jahre. Ab diesem Alter sollte die Impfung wieder alle drei Jahre aufgefrischt werden. Ergänzend zu der Schutzimpfung sind allgemeine Maßnahmen zur Prävention zu beachten. Dazu gehört das Tragen geschlossener Kleidung und das Meiden von Unterholz. Nach Spaziergängen im Wald oder durch Wiesen sollten Körper und Kleidung auf Zecken abgesucht werden und diese gegebenenfalls umgehend entfernt werden.

Zur Prophylaxe der FSME bietet Pfizer folgendes Produkt an:
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