Meningokokken-Infektionen

Allgemeines über Meningokokken-Infektionen

Meningokokken-Infektionen werden durch das Bakterium Neisseria meningitidis (Synonym: Meningokokken) hervorgerufen. Diese Bakterien verursachen in erster Linie eine eitrige Meningitis (Gehirnhautentzündung) und können in schweren Fällen, falls sie sich in der Blutbahn ausbreiten, eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. 

Epidemiologie von Meningokokken-Infektionen

Meningokokken sind weltweit verbreitet, jedoch besonders häufig in der afrikanischen Sahel-Zone anzutreffen. Sie können bei gesunden Personen den Nasen-Rachen-Raum besiedeln, ohne jegliche Krankheitszeichen auszulösen. Schätzungsweise sind 15% aller Menschen symptomlose Meningokokkenträger. Am häufigsten sind dies junge Erwachsene, vor allem wenn diese auf engem Raum zusammenleben (z.B. Präsenzdiener, Studenten in Studentenheimen, Teenager). Invasive Erkrankungen betreffen zumeist Kinder < 1 Jahr und junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren.

Meningokokken werden in 13 Serogruppen unterteilt, wobei über 90% aller invasiven Infektionen durch die Serogruppen A, B, C, W135 und Y hervorgerufen werden. In Österreich werden laut Österreichischem Impfplan 2019 jährlich etwa 20 bis 100 Fälle verzeichnet, wobei etwa 10 - 30 % dieser durch Meningokokken der Gruppe C verursacht werden, und ca. 50-74% von Meningokokken der Gruppe B. Während Meningokokken-Erkrankungen ausgelöst durch Serogruppe W135 in Österreich noch relativ selten vorkommen, gewinnen sie in vielen europäischen Ländern an Bedeutung.

Übertragung und Symptomatik von Meningokokken-Infektionen

Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion (z.B. Husten, Niesen) übertragen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 1 und 10 Tagen. Eine vorübergehende symptomlose Besiedelung kann mit der Bildung von Antikörpern einhergehen und somit vor erneutem Kontakt mit dem Erreger schützen. Invasive Meningokokkeninfektionen hingegen können sich als Meningitis, Sepsis oder als Kombination von beidem äußern. Die Erkrankung kann innerhalb von wenigen Stunden aus vollster Gesundheit tödlich verlaufen. Meist beginnt eine Meningokokken-Infektion mit uncharakteristischen Allgemeinsymptomen (Kopfschmerzen, Schwindel, usw.) und kann fulminant zu schwer behandelbarem Kopfweh, Übelkeit und Erbrechen, hohem Fieber, ausgeprägter Lichtempfindlichkeit bis hin zu Bewusstseinsstörungen und Bewusstseinsverlust weiterentwickeln. Außerdem findet sich bei Patienten oft ein Hautausschlag in Form von kleinen Hauteinblutungen und Nackensteifigkeit. Unbehandelt weist die Erkrankung in Österreich eine Letalität von 5-25% auf, in 10-20% kommt es zu Spätschäden.

Therapie und Prävention von Meningokokken-Infektionen

Bei Verdacht auf eine Infektion mit Meningokokken wird so rasch wie möglich eine Antibiotikatherapie eingeleitet. Für enge Kontaktpersonen sollte unterdessen eine Postexpositionsprophylaxe mit Antibiotika erfolgen. Eine Impfung kann diese nicht ersetzen, sondern wird zusätzlich für exponierte Haushaltsmitglieder und Kontaktpersonen empfohlen.

Die Impfung gegen Meningokokken ist Bestandteil des Österreichischen Impfplans, sodass jedes Kind gegen diese Erkrankung geimpft werden sollte. Im Erwachsenenalter ist eine Impfung vor allem bei beruflicher Exposition, Reisen nach Afrika und Immunsupprimierten zu empfehlen. Zurzeit sind monovalente Impfstoffe gegen Meningokokken der Gruppe B (empfohlen ab dem vollendeten 2. Lebensmonat) und Meningokokken der Gruppe C (empfohlen ab dem vollendeten 1. Lebensjahr) erhältlich und ein tetravalenter Impfstoff gegen Meningokokken der Gruppen ACWY (empfohlen zwischen vollendetem 10. und 13. Lebensjahr). Pfizer bietet aktuell zwei Impfstoffe zur Prophylaxe von Meningokokken-Infektionen an.

Zur Prophylaxe der Meningokokken-Erkrankungen bietet Pfizer folgende Produkte an:
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