Pneumokokken-Infektionen

Allgemeines über Pneumokokken-Infektionen

Pneumokokken sind Bakterien der Gattung Streptococcus pneumoniae, die bei 40-70% der gesunden Bevölkerung den Nasen-Rachen-Raum kolonisieren, ohne Krankheitssymptome auszulösen. Im Falle einer invasiven Pneumokokken-Infektion können sie Gehirnhautentzündungen (Meningitis), Blutvergiftungen (Sepsis), Lungenentzündungen (Pneumonie) und häufig auch Infektionen im HNO-Bereich und am Auge auslösen.   

Epidemiologie und Übertragung von Pneumokokken-Infektionen

Pneumokokken kommen bei Menschen, Affen, Ratten und anderen Nagetieren wie Meerschweinchen vor. Sie werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und besiedeln bei >50% der gesunden Bevölkerung Nase und Rachen, wobei die Trägerrate in Kasernen und Kindergärten aufgrund des engen Kontakts besonders hoch sein kann. Jene Stämme, die bei Trägern gefunden werden, lösen in der Regel keine Krankheit aus. Es sind über 95 Pneumokokken-Serotypen bekannt, wobei etwa 78% der schweren Erkrankungen durch 24 Serotypen verursacht werden, welche auch durch Impfungen abgedeckt werden können.

Pneumokokken-Erkrankungen beruhen im Allgemeinen auf endogenen Infektionen. 2017 wurden in Österreich 545 invasive Pneumokokken-Erkrankungen registriert, wobei 34 davon letal verliefen. Am häufigsten betroffen war die Altersgruppe der unter 5 Jährigen und der über 45 Jährigen. Bei Kleinkindern gehören Pneumokokken neben Meningokokken zu den häufigsten Erregern der eitrigen Meningitis. Bei Erwachsenen sind sie die häufigsten Erreger von Lungenentzündungen.

Symptomatik von Pneumokokken-Infektionen

Pneumokokken besiedeln in der Regel den Nasen-Rachen-Raum, ohne eine Erkrankung auszulösen. Im Allgemeinen kann jeder Mensch an Pneumokokken-Infektionen erkranken, wobei Kleinkinder, Personen über 50 Jahren, Immunsupprimierte, Personen mit fehlender Milz und Personen mit chronischen Erkrankungen besonders anfällig sind.   

Die Inkubationszeit beträgt 1-3 Tage. Pneumokokken können eine Vielzahl an Krankheiten auslösen – von Lungenentzündungen über Mittelohrentzündungen und Nasennebenhöhlenentzündungen bis zu schweren invasiven Erkrankungen wie Gehirnhautentzündungen und Blutvergiftungen. Typische Symptome einer Lungenentzündung sind ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit Schüttelfrost, Fieber, Husten und Atemnot. Bei Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen stehen vor allem Ohrenschmerzen bzw. Kopfschmerzen und Fieber im Vordergrund. Im Falle einer Gehirnhautentzündung entwickeln sich oft Übelkeit und Erbrechen, Lichtempfindlichkeit bis hin zu Bewusstseinsstörungen und Bewusstseinsverlust.

Therapie und Prävention von Pneumokokken-Infektionen

Die Therapie einer Pneumokokken-Infektion erfolgt je nach Krankheitsbild ambulant oder stationär mit Antibiotika. Ein großes Problem stellt weltweit die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen dar. Erschwerend hinzu kommt der oft fulminante Verlauf von invasiven Pneumokokken-Erkrankungen. Trotz adäquater Antibiotika-Therapie können Pneumokokken-Infektionen innerhalb von wenigen Tagen letal verlaufen.

Gegen viele Pneumokokken-Serotypen stehen Impfstoffe zur Verfügung, mit Hilfe derer das Risiko an einer Pneumokokken-Infektion zu erkranken deutlich gesenkt werden kann. Der österreichische Impfplan empfiehlt eine Pneumokokken-Impfung für alle Kinder bis zum vollendeten 5. Lebensjahr und für alle Erwachsene ab dem vollendeten 50. Lebensjahr. Außerdem empfiehlt sich die Impfung für alle Altersgruppen mit erhöhtem Risiko, wie etwa für Immungeschwächte, Personen mit chronischen Erkrankungen sowie für Patienten nach Milzentfernung. Für alle Säuglinge/Kleinkinder ist die Impfung in Österreich im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Das Impfschema variiert je nach Alter, Zugehörigkeit zu bestimmten Risikogruppen und bereits erfolgten Pneumokokken-Impfungen. Die Vorgehensweise sollte daher individuell in Absprache mit dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin gewählt werden. Empfehlungen dazu finden sich im aktuellen österreichischen Impfplan.

Zur Prophylaxe der Pneumokokken-Erkrankungen bietet Pfizer folgendes Produkt an:
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