Blasenkarzinom

Allgemeines über das Blasenkarzinom

Das Blasenkarzinom, auch als Blasenkrebs bekannt, ist ein von der Harnblase ausgehender bösartiger Tumor. In Österreich stellt das Blasenkarzinom die fünfthäufigste Krebserkrankung bei Männern dar. Wie auch bei anderen Krebserkrankungen gilt: je eher es entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Heutzutage werden über die Hälfte dieser Tumore im frühen Stadium entdeckt und sind dementsprechend meist gut behandelbar.

Epidemiologie des Blasenkarzinoms

Das Blasenkarzinom machte im Jahr 2015 mit einer Inzidenz von 1.578 Erkrankten etwa 4% aller Krebsneuerkrankungen in Österreich aus. Das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, ist bei Männern etwa dreimal höher als bei Frauen. Dementsprechend ist das Blasenkarzinom der fünfthäufigste Tumor des Mannes, während er bei Frauen nur an vierzehnter Stelle liegt. Die Diagnose wird üblicherweise im höheren Alter gestellt, bei Männern am häufigsten zwischen dem 65. und 85. Lebensjahr. Mehr als die Hälfte aller Blasenkarzinome werden in einem lokalisierten Stadium diagnostiziert, in dem sich der Tumor im Rahmen einer Blasenspiegelung noch sehr gut behandeln lässt.

Entstehung und Symptomatik des Blasenkarzinoms

Das Innere der Harnblase ist mit einer Schleimhaut (Urothel) ausgekleidet. Der überwiegende Anteil der Blasenkarzinome (88-95%) geht von den Zellen dieses Urothels aus. Deutlich seltener werden Plattenepithel- und Adenokarzinome sowie andere bösartige Neubildungen diagnostiziert. Auf Basis der Klassifikation der Union for International Cancer Controls (UICC) unterscheidet man oberflächliche, nicht-muskelinvasive (Ta, Tis, T1) von muskel-invasiven (T2) und organüberschreitenden (T3, T4) Tumoren. Oberflächliche Blasentumore bleiben tendenziell länger lokal begrenzt, während stärker invasive Blasenkarzinome oft bereits in frühen Stadien metastasieren. Metastasen finden sich am häufigsten in angrenzenden Lymphknoten, während weiter entfernte Gewebe seltener betroffen sind.

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Harnblasenkarzinoms sind nicht ganz geklärt. Allerdings sind einige Risikofaktoren bekannt, die dessen Entstehung fördern können. Dazu gehören die berufliche Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien (aromatische Amine und Azofarbstoffe), das Rauchen von Zigaretten, chronische Entzündungen der Harnblase, Analgetikaabusus und besonders in Ägypten und einigen nordafrikanischen Ländern bestimmte Infektionskrankheiten (Schistosomiasis bzw. Bilharziose).

Das häufigste Symptom bei Blasenkrebs, welches je nach Publikation bei 68%-97.5% der Betroffenen auftritt, ist die sogenannte Makrohämaturie (sichtbare Ausscheidung von Blut im Urin). Wenn diese über längere Zeit auftritt, kann es auch zu Anzeichen einer Anämie kommen. In späteren Stadien haben Patienten oft Beschwerden beim Urinieren (Dysurie, Pollakisurie), verstärkten Harndrang oder auch Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Falls der Tumor die Harnleiter blockiert können durch den Rückstau in die Niere auch Schmerzen im Lendenbereich auftreten.

Diagnostik des Blasenkarzinoms

Um ein Harnblasenkarzinom nachzuweisen, müssen mehrere Untersuchungen durchgeführt werden. Die erste diagnostische Maßnahme bildet ein Urinteststreifen, mithilfe dessen der Harn auf Blut untersucht werden kann. Anschließend kann im Rahmen einer Urinzytologie der Harn auf abgeschilferte Tumorzellen untersucht werden. Mittels eines Ultraschalls können Nieren, Nierenbecken und Blase dargestellt werden und mögliche andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden. Weiterführend können ein Ausscheidungsurogramm (Kontrastmittelröntgen) oder ein CT hilfreich sein, um Füllungsanomalien oder Knoten in der Blasenwand abzubilden. Die abschließende Untersuchung stellt die Blasenspiegelung (Zytoskopie) dar. Indem ein Zytoskop unter Vollnarkose in die Blase eingeführt wird, kann die innere Blasenwand beurteilt werden und gegebenenfalls gleich eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden.

Therapie des Blasenkarzinoms

Die Therapie des Blasenkarzinoms richtet sich je nach Stadium und Lokalisation des Tumors. Je eher ein Harnblasenkarzinom erkannt wird und je weniger es in andere benachbarte Schichten eindringt, desto günstiger ist dessen Prognose. Nicht-muskelinvasive Tumore können in der Regel im Rahmen einer transurethralen Elektroresektion (TUR) vollständig entfernt werden. Im Anschluss daran werden die Patienten regelmäßig auf Rezidive untersucht beziehungsweise kann bei Patienten mit höherem Risiko eine Bacillus-Calmette-Guérin (BCG)-Instillation erfolgen, wodurch die Rezidiv-Rate erheblich gesenkt wird. Größere bzw. aggressivere Tumore können mit einer BCG-Therapie oder alternativ durch eine radikale Zystektomie (Entfernung der Harnblase) behandelt werden.

Bei muskelinvasiven Blasenkarzinomen wird in der Regel zu einer radikalen Zystektomie geraten, eventuell mit gleichzeitiger Entfernung befallener benachbarter Strukturen und beidseitiger pelviner Lymphknotenentfernung. Um nach Entfernung der Harnblase den Harn zukünftig ableiten zu können, müssen die Patienten umfangreich über andere Möglichkeiten wie z.B. eine Neoblase (Ersatzblase aus Darmgewebe) aufgeklärt werden. Als alternative Behandlung zu einer Zystektomie kann in manchen Fällen eine TUR gefolgt von einer Radiochemotherapie bzw. einer neoadjuvanten/adjuvanten Chemotherapie in Frage kommen.

Um neue Behandlungsoptionen mit einer besseren Prognose zu schaffen, werden neuerdings auch Immuntherapien beim fortgeschrittenen Blasenkarzinom untersucht. Diese sollen für Krebspatienten in Zukunft neue Perspektiven bieten.

Zur Behandlung von Blasenkarzinomen bietet Pfizer die folgenden Produkte an:
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