Gastrointestinale Tumoren

Allgemeines über gastrointestinale Tumore

Tumore des Gastrointestinaltrakts können verschiedener Herkunft sein. Man unterscheidet vor allem epitheliale Tumore (Karzinome) von neuroendokrinen Tumoren (Karzinoide) und mesenchymalen Tumoren (Sarkome). Unter den epithelialen Tumoren des Verdauungstraktes sind vor allem das kolorektale Karzinom (Darmkrebs), Ösophaguskarzinom, Magen-, Leber- und Pankreaskarzinom die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten. Karzinoide können in allen Bereichen des Magen-Darm-Traktes vorkommen, die häufigsten Lokalisationen sind jedoch der Appendix (45%), das Ileum (28%) und das Rektum (16%). Gastrointestinale Stromatumoren (GIST), die an jeder beliebigen Stelle des Gastrointestinaltrakts vorkommen können, stellen die häufigsten mesenchymalen Tumore des Gastrointestinaltrakts dar.

Epidemiologie der gastrointestinalen Tumore

Im Jahr 2015 waren bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane für über 21% aller Krebsneuerkrankungen in Österreich verantwortlich, wobei Tumore des Darms mit 11% am häufigsten diagnostiziert wurden. Damit ist sowohl bei Männern, als auch bei Frauen Darmkrebs die dritthäufigste Krebsneuerkrankung nach Prostata bzw. Brust und Lunge. Bauchspeicheldrüsenkrebs war mit 4% aller Krebsneuerkrankungen zwar eine relativ seltene Erkrankung, jedoch aufgrund seiner hohen Letalität die dritthäufigste Krebstodesursache in Österreich. Von allen Krebsarten stellen fast drei Viertel davon Karzinome dar. Sarkome umfassen nur 1% der Krebsneuerkrankungen, während neuroendokrine Tumore sogar noch seltener sind.

Entstehung und Symptomatik von gastrointestinalen Tumoren

Wie bei vielen anderen Tumorarten ist auch die Entstehung von gastrointestinalen Tumoren weitgehend unaufgeklärt. Es sind jedoch einige Umwelt- und genetischen Faktoren bekannt, die zu bestimmten Krebserkrankungen prädisponieren können. Verschiedene Erkrankungen wie hereditäre Neuropathie mit Neigung zu Drucklähmungen (HNPP), familiäre adenomatöse Polyposis (FAP), Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie Ernährungsgewohnheiten (fettreiche Kost, etc.), Adipositas und Bewegungsmangel können Risikofaktoren für die Entstehung von kolorektalen Karzinomen sein. Alkohol- und Nikotinmissbrauch können wiederum zum Ösophagus- und Pankreaskarzinom prädisponieren. Bei Karzinomen im Magen-Darm-Trakt kommt es neben spezifischeren Symptomen des jeweiligen Tumors, wie z.B. Durchfall oder Verstopfung beim kolorektalen Karzinom oder Schluckbeschwerden beim Ösophaguskarzinom, vor allem zu Beeinträchtigungen des Allgemeinzustands im Rahmen von Appetitverlust, Gewichtsverlust, Erschöpfung, Kraftlosigkeit und Unwohlsein.

Pankreatische neuroendokrine Tumore (pNET) stammen von bestimmten endokrinen Zellen ab, die sich überall im Gastrointestinaltrakt befinden. Sie sind in der Lage, Hormone zu bilden und freizusetzen, welche oft für deren Symptomatik entscheidend sind. Die meisten dieser Tumoren entstehen aus unbekanntem Grund sporadisch, seltener können sie jedoch auch in Form einer multiplen endokrinen Neoplasie genetisch determiniert sein. Funktionell inaktive endokrine Tumore bleiben großteils asymptomatisch und werden meist als Zufallsbefund, wie etwa im Rahmen einer Appendektomie, entdeckt. Die Symptome von funktionell aktiven neuroendokrinen Tumoren basieren meist auf dessen produzierten Hormonen, vor allem Serotonin. Das sogenannte Karzinoidsyndrom umfasst eine Rötung des Gesichts und des Oberkörpers (Flush), Durchfall und oft eine Rechtsherzinsuffizienz. Gelegentlich kann es auch zur Atemnot und Husten kommen. Oft treten solche Flush-Episoden bei körperlichem oder psychischem Stress, bei Nahrungsaufnahme und bei Alkoholkonsum auf.

Gastrointestinale Stromatumore (GIST) können überall im Magen-Darm-Trakt vorkommen. Die Tumorzellen ähneln bestimmten Körperzellen, die für die Motilität des Darms verantwortlich sind. Die meisten GIST treten sporadisch auf, genetische Zusammenhänge wurden bisher nur äußerst selten beobachtet. Am häufigsten findet man GIST im Magen (50-60%) und im Dünndarm (20-30%). Meist führen diese Tumore zu sehr unspezifischen Symptomen wie Völlegefühl, Bauch- oder Unterleibsschmerzen oder Übelkeit. Ein großer Anteil dieser Tumore wird deshalb nicht selten zufällig im Rahmen von endoskopischen Untersuchungen oder Operationen aus anderen Indikationen entdeckt.

Diagnostik von gastrointestinalen Tumoren

Die genaue Diagnostik gastrointestinaler Tumore hängt stark von der vermutlich vorliegenden Erkrankung ab. Laborbefunde und bestimmte körperliche Untersuchungen können erste Hinweise auf eine bestimmte Erkrankung liefern. Eine endgültige Diagnosesicherung kann allerdings nur durch eine Gewebeprobe (Biopsie) erfolgen. Diese wird meist im Rahmen einer Endoskopie entnommen und anschließend mikroskopisch untersucht. Um die Lokalisation, Größe und Ausbreitung des Tumors bestimmen zu können, stehen vor allem bildgebende Verfahren im Vordergrund, mit Hilfe derer die Therapiestrategien individuell festgelegt werden können. Dazu gehören zum Beispiel Röntgen, Sonographie, MRT, CT, PET/CT und vieles mehr.

Therapie von gastrointestinalen Tumoren

Karzinome des Gastrointestinaltrakts werden je nach Art und Eigenschaften des Tumors und dessen Fortschritt sehr unterschiedlich behandelt. Oft kommt als primäre Therapie die chirurgische Entfernung des Tumors zum Einsatz. Eine Strahlen- und Chemotherapie kann im Bedarfsfall sowohl davor, als auch danach eingesetzt werden. Die meisten Behandlungsstrategien bei Karzinomen folgen ganz bestimmten Schemata, die speziell auf den vorliegenden Tumor zurechtgeschnitten sind. In jüngster Zeit werden auch moderne, zielgerichtete Therapien eingesetzt und untersucht, um die Behandlung weiter optimieren und die Prognose von Betroffenen verbessern zu können. Mit neueren Medikamenten wie sogenannten Tyrosinkinase-Inhibitoren, monoklonalen Antikörpern und auch immuntherapeutischen Ansätzen konnten bereits vielversprechende Ergebnisse erzielt werden.

Neuroendokrine Tumore werden in erster Linie durch eine Operation entfernt, sofern die Resektion kein zusätzliches Risiko darstellt. Gleichzeitig wird auch versucht, gegebenenfalls vorhandene Metastasen mitzuentfernen. Im Anschluss an eine Operation stehen heutzutage sogenannte Somatostatin-Analoga zur adjuvanten Therapie zur Verfügung. In selteneren Fällen können außerdem eine Chemotherapie, nuklearmedizinische Verfahren oder eine Behandlung mit Interferon indiziert sein. In den vergangenen Jahren wurde ein besonderes Augenmerk auf zielgerichtete Therapien gelegt. Neuere Tyrosinkinase-Inhibitoren und mTOR-Inhibitoren werden bereits gelegentlich bei der Behandlung von neuroendokrinen Tumoren eingesetzt.

Gastrointestinale Stromatumore werden, falls möglich, primär chirurgisch entfernt. In manchen Fällen kann neoadjuvant und/oder adjuvant eine Therapie mit sogenannten Tyrosinkinase-Inhibitoren notwendig sein, mit welchen bisher sehr gute Ergebnisse erzielt wurden. Konventionelle Chemotherapien sind beim GIST weniger erfolgreich und werden daher nicht durchgeführt. Derzeit werden weitere Therapieansätze erforscht, wie etwa weitere Tyrosinkinase-Inhibitoren, mTOR-Inhibitoren.

 

Weiterführende Informationen für Laien finden Sie hier: https://www.pfizer.at/gesundheit/seltene-erkrankungen/

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