Gynäkologische Tumoren

Allgemeines

Rund die Hälfte aller bösartigen Neubildungen der Frau bilden Tumore der Brust und des Genitaltrakts. Unter gynäkologische Tumore fallen alle Malignome der weiblichen Genitalorgane, allen voran solche des Gebärmutterkörpers (hier v.a. das Endometriumkarzinom), des Eierstocks (Ovarialkarzinom) und des Gebärmutterhalses (Zervixkarzinom). Da gynäkologische Tumore je nach Stadium bei der Erstdiagnose sehr unterschiedlich verlaufen können, ist deren Früherkennung äußerst wichtig. Bei Gebärmutterhals-, Vulva- und Vaginalkarzinomen hat sie eine hohe Relevanz, während sie jedoch bei anderen, wie Ovarial- oder Endometriumkarzinomen, schwerer möglich ist.

Epidemiologie

Tumore des weiblichen Genitaltrakts umfassen über 10% aller bösartigen Neubildungen bei Frauen, gleichzeitig sind sie jedoch (inkl. Mammakarzinom) für etwa 47% aller Krebstodesfälle verantwortlich. Das Endometriumkarzinom stellt mit 5% aller Krebsneuerkrankungen in Österreich im Jahr 2015 die häufigste Krebserkrankungen des weiblichen Genitals und die fünfthäufigste Krebsart überhaupt dar. Das Ovarialkarzinom folgt mit 4% knapp dahinter, wobei tendenziell eine starke Abnahme der Inzidenz in den vergangenen zehn Jahren zu beobachten war. Das Zervixkarzinom umfasst 2% aller Krebsneuerkrankungen, wobei fast die Hälfte (45%) aller diagnostizierten Tumore bereits in einem frühen Tumorstadium erkannt werden konnten. Durch das Zervixkarzinom-Screening (PAP-Abstrich) können bösartige Neubildungen des Zervix heutzutage frühzeitig erkannt werden.

Entstehung und Symptomatik

Tumore des Gebärmutterkörpers (Endometriumkarzinom) treten gehäuft bei älteren Frauen auf. Man vermutet, dass dies größtenteils auf eine Veränderung der weiblichen Geschlechtshormone beziehungsweise Störungen des Hormonhaushalts (v.a. fehlender Eisprung durch Mangel an Gelbkörperhormon) zurückzuführen ist. Weiters kann eine postmenopausale Langzeit-Östrogentherapie oder die längerfristige Einnahme von Tamoxifen zur Brustkrebstherapie oder auch Rezidiv-Prävention einen Risikofaktor für die Entstehung eines Endometriumkarzinoms darstellen. Das häufigste Symptom sind Blutungen nach der Menopause.

Von den Eierstöcken stammen mehr gut- und bösartige Neubildungen ab, als von allen anderen Organen. Dies ist womöglich auf den multizellulären Charakter der Eierstöcke zurückzuführen, denn diese unterliegen monatlichen zyklischen Veränderungen. Risikofaktoren für die Entstehung eines Ovarialkarzinoms umfassen bestimmte genetische Veränderungen (BRCA1- und BRCA2-Mutationen), vorausgehende Erkrankungen in der Familie und auch die Erkrankung an Brustkrebs vor der Menopause. Ein großes Problem bei Eierstockkrebs ist, dass die Tumore in frühen Stadien kaum Symptome verursachen und eine Früherkennung derzeit nicht möglich ist. Zur Zeitpunkt der Erstdiagnose ist die Erkrankung daher meist weit fortgeschritten. Erst in späteren Stadien vernehmen Patienten oft eine langsame Zunahme des Bauchumfangs und Schmerzen im Bereich des Beckens bzw. unteren Abdomens.

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinome) wird oft durch Infektionen mit HPV (Humanes Papilloma-Virus) verursacht. Weiters können auch Erosionen und Entzündungen des Gebärmutterhalses und das Rauchen von Zigaretten zu dessen Entstehung beitragen. Mögliche Symptome sind leichte unregelmäßige Blutungen, welche vor allem nach dem Geschlechtsverkehr auftreten können. Zervixkarzinome wachsen tendenziell langsam und können heutzutage meist durch den jährlichen PAP-Abstrich in frühen Stadien mit guter Prognose diagnostiziert werden. Ein regelmäßiger Abstrich und gegebenenfalls eine HPV-Impfung kann deshalb das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, verringern.

Diagnostik

Zu den wichtigsten vorsorglichen Untersuchungen für Tumore des Genitaltrakts zählen der PAP-Abstrich, die gynäkologische Untersuchung durch den Arzt und der Ultraschall. Um eine Diagnose zu bestätigen, wird eine Gewebeprobe benötigt, die im Falle des Endometriumkarzinoms im Rahmen einer Kürettage und im Falle des Ovarialkarzinoms mit Hilfe einer Laparoskopie entnommen werden kann. In manchen Fällen oder etwa bei bereits erfolgter Metastasierung können Röntgen- und CT-Untersuchungen weitere Aufschlüsse geben.

Therapie

Die erste Maßnahme zur Behandlung von gynäkologischen Tumoren in frühen Stadien stellt, sofern möglich, eine chirurgische Entfernung des Tumors dar. Beim Endometriumkarzinom wird meist eine totale Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) vorgenommen und es werden oft auch gleichzeitig die Eierstöcke und Eileiter mitentfernt. Beim Ovarialkarzinom wird analog dazu eine vollständige Entfernung der Eierstöcke (Oophorektomie) und der Eileiter vorgenommen, gegebenenfalls auch der Gebärmutter. In frühen Stadien des Zervixkarzinom kann die Zervixschleimhaut operativ entfernt werden, bei größeren invasiven Tumoren muss jedoch auch eine totale Hysterektomie erfolgen. Im Anschluss an die Operation erfolgt meist eine Strahlentherapie und/oder eine Chemotherapie. In fortgeschrittenen Stadien sprechen manche Tumore auch auf Hormontherapien an, jedoch ist eine langfristige Heilung meist sehr unwahrscheinlich.

In den vergangenen Jahren wurden vor allem die genetischen Grundlagen der jeweiligen Tumore erforscht, um die Therapie noch effektiver gestalten zu können. Derzeit werden vor allem immuntherapeutische Ansätze (z.B. PD-1/PD-L1-Inhibitoren) verfolgt, für welche es bereits präklinische und klinische Daten gibt. Weitere neue Therapieansätze sind die sogenannten PARP-Inhibitoren und die hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC).

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