Nierenzellkarzinom

Allgemeines über das Nierenzellkarzinom

Das Nierenzellkarzinom, auch Hypernephrom oder Grawitz-Tumor genannt, ist die häufigste Nierenkrebsart bei Erwachsenen. Man bezeichnet damit eine bösartige Neubildung, die von den Tubuluszellen der Nieren ausgeht. Heutzutage werden viele dieser Tumore zufällig im Rahmen von Routineuntersuchungen entdeckt. Da dadurch die Tumore meist in einem sehr frühen Stadium gefunden werden, ist die Mortalitätsrate im letzten Jahrzehnt gesunken. Wird ein Nierenzellkarzinom rechtzeitig diagnostiziert, stehen die Chancen auf Heilung mittels einer Operation gut.

Epidemiologie des Nierenzellkarzinoms

In Österreich wurden 2015 1.258 Tumore der Niere diagnostiziert, die damit etwa 3% der jährlichen Krebsneuerkrankungen darstellen. Knapp 98% davon waren Nierenzellkarzinome. Männer sind dabei fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Die Diagnose wird meist erst im mittleren oder höheren Alter gestellt, am häufigsten zwischen dem 65. und 74. Lebensjahr. Da sich die Therapiemöglichkeiten im letzten Jahrzehnt wesentlich verbessert haben, hat sich die 1-Jahres-Überlebenrate im Zeitraum von 1998-2002 bis 2013-2015 von 82% auf 86% und die 5-Jahres-Überlebenrate bis 2008-2012 von 71% auf 76% erhöht.

Entstehung und Symptomatik des Nierenzellkarzinoms

Man unterscheidet verschiedene Formen des Nierenzellkarzinoms. 85% davon machen sogenannte klarzellige Karzinome aus. Die genauen Ursachen für die Entstehung von Nierenkrebs bleiben meist unklar. Allerdings sind einige Faktoren bekannt, die das Risiko dafür deutlich erhöhen können. Etwa 4% der Nierentumore treten familiär auf. Die sogenannte Von-Hippel-Lindau-Erkrankung (VHL), eine autosomal-dominante Erbkrankheit, führt unter anderem zu Tumoren und Zysten der Nieren. Als wichtigste exogene Risikofaktoren gelten Rauchen, Übergewicht und ein erhöhter Blutdruck. Die geschätzte Risikoerhöhung durch Tabakrauchen liegt bei Männern etwa bei 54% und bei Frauen bei 22%.

Nierenkrebs bereitet den Betroffenen vor allem in frühen Stadien keine Probleme. Viele Nierenzelltumore werden deshalb heutzutage im Rahmen von Routineuntersuchungen per Zufall gefunden. Die typischen Anzeichen für Nierenkrebs deuten oft bereits auf fortgeschrittene Tumore hin. Die Symptome bestehen meist aus einer schmerzfreien Makrohämaturie (sichtbares Blut im Urin), Schmerzen und einem tastbaren Knoten im Lendenbereich zusammen. Da Nierenzellkarzinome bevorzugt in die angrenzenden Lymphknoten, die Lunge, Knochen und Leber metastasieren, können auch erste Anzeichen auf diese Metastasierung zurückzuführen sein (z.B. Knochenschmerzen). In fortgeschrittenen Stadien können außerdem unspezifische Symptome wie Fieber, Müdigkeit oder ungewollter Gewichtsverlust auftreten.

Diagnostik des Nierenzellkarzinoms

Im Rahmen der Untersuchungen können Blut- oder Urinanalysen erste Hinweise auf eine Erkrankung geben. Mittels eines Ultraschalls können Raumforderungen in der Niere bereits gut dargestellt werden. Um jedoch das Ausmaß des Primärtumors zu bestimmen, wird im Anschluss daran ein CT oder MRT des Abdomens benötigt. Um gegebenenfalls Fernmetastasen beurteilen zu können, sind eine Röntgenuntersuchung der Lunge bei Verdacht auf Lungenmetastasen, ein Ganzkörper-CT bei Knochenmetastasen und ein Schädel-MRT bei Metastasen im Gehirn hilfreich. Die Diagnosesicherung kann allerdings erst durch eine Gewebeentnahme (Biopsie) erfolgen, welche meist gleich im Rahmen einer chirurgischen Entfernung des Tumors durchgeführt wird. 

Therapie des Nierenzellkarzinoms

Die Behandlung eines Nierenzellkarzinoms ist abhängig vom Stadium des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose. Ist der Tumor rein auf die Niere beschränkt, kann mit dessen Entfernung in den häufigsten Fällen eine Heilung erzielt werden. In manchen Fällen können dabei nierenerhaltende Verfahren eingesetzt werden. Bei größeren Tumoren kann es notwendig sein, die komplette Niere zu entfernen (Nephrektomie). In beiden Fällen kommen heutzutage meist minimal-invasive, laparoskopische Verfahren zum Einsatz. Bei kompletter Entfernung des Tumors haben die Patienten eine sehr gute Langzeitprognose mit einer Heilungsrate von >90%. Eine adjuvante Therapie (Bestrahlung, Chemotherapie, etc.) hat sich bisher bei Nierenkrebs nicht als wirksam erwiesen.

Bei Nierenzellkarzinomen, die bereits in andere Organe metastasiert haben, reicht eine Operation allein meist nicht aus. Es kann zwar der Tumor in der Niere beziehungsweise die komplette Niere und vereinzelt auch Metastasen entfernt werden, jedoch zielt die weitere Behandlung hauptsächlich auf ein verzögertes Tumorwachstum ab. Nierenzellkarzinome sprechen im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten nicht auf eine Chemotherapie an. Die Therapie besteht daher vor allem aus zielgerichteten Medikamenten. Heutzutage können mit sogenannten monoklonalen Antikörpern, Tyrosinkinase-Inhibitoren und mTOR-Inhibitoren gute Ergebnisse erzielt und die Überlebenszeit Betroffener verbessert werden.

 

Weiterführende Informationen für Laien finden Sie hier: https://www.pfizer.at/gesundheit/seltene-erkrankungen/

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