Prostatakarzinom

Allgemeines über das Prostatakarzinom

Die Prostata ist eine exokrine Drüse, welche zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes zählt und einen Teil der männlichen Samenflüssigkeit produziert. Sie liegt direkt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre. Das Prostatakarzinom bezeichnet eine bösartige Neubildung des Prostatadrüsengewebes. In Österreich ist Prostatakrebs bereits seit 1994 die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Da die Chancen auf Heilung in frühen Stadien der Erkrankung sehr gut sind, nimmt die Vorsorgeuntersuchung einen besonders großen Stellenwert ein. 

Epidemiologie des Prostatakarzinoms

2015 bildete das Prostatakarzinom mit 23% aller Krebsneuerkrankungen (4.854 Fälle) die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Österreich. Die Diagnose wird am häufigsten zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr gestellt, sehr selten unter dem 50. Lebensjahr. Aufgrund des vermehrten PSA-Screenings kann die Diagnose heutzutage oft in sehr frühen (lokalisierten) Stadien der Erkrankung gestellt und die Prognose dadurch signifikant verbessert werden. Die 1-Jahres-Überlebensrate betrug zuletzt 96% und die 5-Jahres-Überlebensrate (2008-2012) 92%.

Entstehung und Symptomatik des Prostatakarzinoms

Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung eines Prostatakarzinoms sind allen voran das Alter, gefolgt von vorausgehenden Erkrankungen in der Familie (zweifach erhöhtes Risiko bei erkrankten Brüdern und/oder Vätern). Obwohl die generellen Auslöser von Prostatakrebs – wie bei den meisten Krebserkrankungen – weitgehend unbekannt sind, vermutet man, dass eher Umweltfaktoren als ethnische oder genetische Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Allgemeine Risikofaktoren sind Adipositas, Bewegungsmangel und eine Ernährung mit einem hohen Anteil an tierischen Fetten. Genetische Zusammenhänge werden insgesamt selten beobachtet, meist jedoch bei jüngeren Männern (< 55), welche vor allem mit Mutationen des BRCA2-Gens zusammenhängen. Außerdem existieren Metaanalysen zu einer möglichen protektiven Wirkung von Phytoöstrogenen und einer lycopenreichen Kost.

Sogenannte Prostatahyperplasien (gutartige Vergrößerungen der Prostata), welche sehr häufig bei Männern im höheren Alter auftreten, verursachen oft Probleme beim Wasserlassen. Prostatakarzinome zeigen dieselbe Symptomatik, die meist durch häufigeres und zögerliches Wasserlassen gekennzeichnet ist. In manchen Fällen machen sich erste Anzeichen auch erst aufgrund von Metastasen (vor allem in den Knochen und in der Leber) im Rahmen von Knochenschmerzen oder einer Lebervergrößerung sichtbar. Gelegentlich kann es auch zu Rücken- und Beinschmerzen in Folge von Druck der Metastasen auf den Ischiasnerv kommen.

Diagnostik des Prostatakarzinoms

Da auftretende Symptome meist bereits auf ein fortgeschrittenes Stadium hinweisen, ist die Früherkennung des Prostatakarzinoms für bessere Heilungschancen von großer Bedeutung. Der erste Schritt ist daher die Vorsorgeuntersuchung, welche von der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie ab dem 45. Lebensjahr jährlich empfohlen wird. Sie umfasst das Abtasten der Prostata im Rahmen einer digital-rektalen Untersuchung (DRU) und die Bestimmung des PSA-Wertes im Blut. Falls bei der Vorsorgeuntersuchung etwas Auffälliges entdeckt wird, werden weitere Untersuchungen angeordnet. Meist wird zuerst ein rektaler Ultraschall und ein MRT der Prostata durchgeführt, wobei gleichzeitig eine MRT-gestützte Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden kann. Wird dabei ein Prostatakarzinom diagnostiziert, werden normalerweise weitere Untersuchungen durchgeführt, um die Ausdehnung des Tumors festzustellen. Eine Skelettszintigraphie kann hierbei mögliche Metastasen im Knochen zum Vorschein bringen, ein Thorax-Röntgen entsprechend Metastasen in der Lunge. Schließlich können auch weitere Ultraschalluntersuchungen, ein CT oder PET/CT dazu verhelfen, die bestmögliche Therapie planen zu können.

Therapie des Prostatakarzinoms

Der Großteil der Prostatakarzinome wächst eher langsam und bleibt auch über einige Jahre hinweg lokal begrenzt. Andere hingegen breiten sich schneller aus und metastasieren vorzugsweise in die Knochen, die Lunge und die Leber. Als Therapieoptionen stehen generell die operative Entfernung (radikale Prostatektomie), Strahlentherapie, antihormonelle Therapie und Brachytherapie zur Verfügung. Chemotherapien kommen beim Prostatakarzinom eher selten zur Anwendung.

Lokal begrenzte, nicht-metastasierte Karzinome werden in der Regel mit einer radikalen Prostatektomie (Entfernung der Prostata und angrenzender Lymphknoten) oder einer Strahlentherapie behandelt. Bei Prostatakrebs mit niedrigem bis mittlerem Risikoprofil kann gegebenenfalls eine Brachytherapie in Betracht gezogen werden, bei welcher die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen etwas geringer ausfällt. Alternativ kann eine aktive Überwachung des Tumors erfolgen („Active Surveillance“), bei der regelmäßig der PSA-Wert bestimmt und digital-rektale Untersuchungen durchgeführt werden, um den Tumor zu beobachten. Als experimentelles Verfahren steht das sogenannte HIFU-Verfahren (hochintensiver fokussierter Ultraschall) zur Verfügung, welches allerdings bisher nur im Rahmen prospektiver Studien angewandt wird.

Lokal fortgeschrittene Prostatakarzinome werden meist mit einer radikalen Prostatektomie, gefolgt von einer Bestrahlung und gegebenenfalls zusätzlichen antiandrogenen Therapie behandelt. Metastasierte Karzinome werden in erster Linie mit einer Hormontherapie und gegebenenfalls mit einer Chemotherapie therapiert.

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